Profitipps zur Prozessoptimierung

Techpilot Geschäftsführer Frank Sattler spricht beim Stäubli Expertenforum über schnelle Wege zum effizienten Einkaufsmanagement

Das Stäubli Expertenforum am 26. und 27. Mai 2011 in Bayreuth steht ganz im Zeichen der effizienten und nachhaltigen Gestaltung von Prozessen. Techpilot Geschäftsführer Frank Sattler wird dort am 26. Mai in einem Vortrag über “Prozessoptimierung im Einkauf” informieren. Stäubli, einer der führenden Anbieter für Mechatronik, hat seine Einkaufsprozesse im Laufe der letzten Jahre selbst erfolgreich optimiert. Dies gelang dem international agierenden Unternehmen mit Hilfe eines Lieferantenportals von Techpilot.

Passt wie angegossen

Sattlers Vortrag zeigt Möglichkeiten auf, wie mittelständische Anbieter ihr Einkaufs- und Lieferantenmanagement effizienter und komfortabler organisieren können. Der Weg führt über ein unternehmensspezifisches Portal, wie Techpilot es bereits 2008 für Stäubli umgesetzt hat. Es ist auf die Anforderungen des Auftraggebers hin zugeschnitten – von der Gestaltung nach CI-Vorgaben bis hin zur Abbildung der Organisationsstruktur des Unternehmens, seiner Niederlassungen und Tochtergesellschaften. Der geschlossene Internetbereich ist von verschiedenen Standorten aus zugänglich und in allen Belangen auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Einkaufsorganisation abgestimmt.

Von seinem zentralen Portal aus kann Stäubli nun alle seine rund 190 im System registrierten Lieferanten auf einen Blick verwalten. Sämtliche Ausschreibungen lassen sich von hier aus effizient durchführen. Klar strukturierte Beschaffungsabläufe, die über alle Standorte hinweg einheitlich geregelt sind, sparen Arbeitszeit und Geld. Auch die Erweiterung um zusätzliche Niederlassungen und Tochtergesellschaften ist leicht möglich. Anfänglich war die Struktur auf Stäubli-Bayreuth Textil in Bayreuth und den Schönherr Textilmaschinenbau in Chemnitz beschränkt; im vergangenen Jahr erhielt die Schweizer Stäubli Sargans AG Zugang. “Das Techpilot Lieferantenportal hat extrem dazu beigetragen, unseren Beschaffungsprozess zu optimieren. Anfragen können sehr einfach einer großen Anbieterschaft zugänglich gemacht werden und so kann der optimale Lieferant zum Teil gefunden werden. Dies hat immens zum Erfolg des Unternehmens beigetragen”, lobt Stäubli Einkaufsleiter und Geschäftsführer Stefan Süppel.

Schlanke Prozesse, üppige Optionen

Nicht nur für Stäubli zahlt sich professionelleres Lieferantenmanagement schnell aus, weiß Sattler. “Viele zufriedene Kunden berichten uns, dass sie durch das Portal Kosten sparen. Das gelingt nicht nur durch verschlankte Prozesse, sondern auch, weil sich durch die intensive Kommunikation mit Lieferanten bereits in der Konstruktionsphase Produktionskosten senken und insgesamt bessere Konditionen erwirken lassen.” Einen weiteren Vorteil stellt die Anbindung an die Techpilot Lieferantendatenbank dar, mit der strategische Einkäufer auf mehr als 14.500 qualifizierte Zulieferprofile zugreifen können. Umfangreiche Tools zur Auswertung von Angeboten, für den Lieferantenvergleich und die Dokumentation aller Aktivitäten runden den Leistungsumfang ab.

Über Stäubli

Stäubli bietet Mechatronik-Lösungen in den drei Sparten Textilmaschinen, Kupplungssysteme und Industrieroboter. Das breite Produktsortiment umfasst Jacquard-, Schaft- und Teppichwebmaschinen, Schnellkupplungssysteme für Flüssigkeiten, Gas und elektrische Energie, Werkzeugwechselsysteme, SCARA-und Sechsachs-Knickarmindustrieroboter inklusive Steuerungen und Software.

Am Standort Bayreuth arbeiten circa 300 Mitarbeiter in den Bereichen Entwicklung, Produktion, Verkauf, Service, Kundensupport und Schulung. Weltweit ist Stäubli mit über 3.000 Mitarbeitern in 25 Ländern und Vertretungen in über 50 Ländern präsent

Quelle: Pressebox

Grün-Rot in Baden-Württemberg, Rot-Grün in Rheinland-Pfalz: Ideologie zerstört Zukunft

Das programmierte Scheitern : Grüne und SPD haben sich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auf ihre Koalitonsverträge und Kabinettslisten geeinigt. Die mit grüner Gutmenschen-Ideologie gesättigten Verträge, die jeweils mit großer Mehrheit von Landesparteitagen abgesegnet wurden, lassen Schlimmes ahnen für die Zukunft der beiden Länder.

Um schon vorab jeden Verdacht des Abweichlertums von sich zu weisen, galt es bei den Landesparteitagen von SPD und Grünen im Südwesten als erste Bürgerpflicht, den Koalitionsvertrag einstimmig anzunehmen – trotz der vielen ideologischen Pferdefüße im Vertragswerk. Nicht nur, dass Kretschmann, dessen Auftreten der Spiegel irgendwo „zwischen kauzig und schratig“ ansiedelte, von der Autoindustrie im Land von Porsche und Mercedes allen Ernstes verlangte, sie sollten weniger Autos bauen.

Auch Einsparungen ausgerechnet bei den Lehrerstellen, der Einstieg in die sozialistisch-gleichmacherische „Gemeinschaftsschule“ und das drohende Ausbluten der Gymnasien, die stark erhöhte Grunderwerbssteuer – ausgerechnet im Häuslebauer-Land schlechthin – verursachen vernünftigeren Sozialdemokraten Bauchschmerzen. Dazu kommt die Aufblähung der Regierung – elf Ministerien statt zehn – das drohende flächendeckende Tempolimit mit einer Fülle lokaler Beschränkungen, für die der grüne Verkehrsminister die Handhabe erhalten soll, das Bauverbot für alle neuen Straßen (außer in „begründeten Einzelfällen“) sowie die Volksabstimmung zu Stuttgart 21, deren Ausgang die Grünen in jedem Fall zu ihren Gunsten auslegen wollen, was auf einen geplanten Verfassungsbruch hindeutet. Doch alle vernünftigen Einwände halfen nichts, die Abkehr von Schwarz-Gelb musste offenbar unbedingt auch ideologisch untermauert werden. „Im Zweifel siegen ideologische Erwägungen“, analysierte der Focus. Den Schaden wird das Land haben.

Auch in Rheinland-Pfalz wird die rot-grüne Ideologie absehbar die Entwicklung des Landes schädigen. Allerdings ist das Land bereits durch 18 Jahre SPD-Misswirtschaft vorgeschädigt und massiv verschuldet. Dazu kommen Altlasten aus dem roten Filz, der sich in Geldvernichtungs-Projekten wie Nürburgring und Schlosshotel Bad Bergzabern manifestierte. Kurt Beck hat seine Wiederwahl am kommenden Mittwoch auf die Tagesordnung gesetzt.

Inhaltlich ist der Mainzer Vertrag ähnlich ideologisch verstockt wie der in Stuttgart. Es wird ein neues Ministerium, neue Mitarbeiter, neue Dienstwagen und neue Regierungssprecher geben. Viel wurde über die wichtige Hochmoselbrücke diskutiert, diese immerhin soll gebaut werden, was zu einigen Neinstimmen beim Grünen-Parteitag führte. Hier fielen die Grünen auf die Nase, da sie im Wahlkampf die Brücke als „verhinderbar“ bezeichnet hatten. Andere wichtige Projekte sind gestoppt: Der Lückenschluss der A1 in der Eifel, der die Menschen vom Durchgangsverkehr entlasten würde, ist auf Eis – ebenso die Mittelrheinbrücke. Bei Polizisten und Lehrern sollen jeweils 100 Millionen Euro Personalkosten eingespart werden, dafür will Rot-Grün Gesamtschulen schneller einführen.

Kritik am Koalitionsvertrag übte CDU-Landeschefin Julia Klöckner. Der Bürger in Rheinland-Pfalz sei der Verlierer der Koalitionsverhandlungen. „Diese rot-grüne Hochzeit kostet den Steuerzahler massig Geld“, so Klöckner.

(Quelle: Bayernkurier Wolfram Göll)

Anhörung im Bundestag: Mehrheit der ExpertInnen fordert eine Frauenquote

Eine deutliche Mehrheit der eingeladenen Experten hat sich für die Einführung einer Frauenquote ausgesprochen. Dies wurde am Mittwochnachmittag bei einer Anhörung des Rechtsausschusses und des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend deutlich. Privatdozentin Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung wies darauf hin, es gebe kaum Veränderungen in der ”massiven Unterrepräsentanz“ von Frauen in den Spitzengremien großer Unternehmen in Deutschland. Anfang 2011 habe der Frauenanteil in den Vorständen der Top-200-Unternehmen bei 3,2 Prozente und in den Aufsichtsträten bei 10,6 Prozent gelegen. Neben einem anhaltend extrem geringen Anteil von Frauen in den Top-Gremien großer Unternehmen deute vieles auf verfestigte Strukturen und eine ”erhebliche Resistenz gegen Veränderungen“ hin.

Jutta Freifrau von Falkenhausen, Vize-Präsidentin der Initiative ”Frauen in die Aufsichtsräte“, machte darauf aufmerksam, dass auch zehn Jahre nach der Vereinbarung der Bundesregierung mit den Spitzenverbänden der Deutschen Wirtschaft freiwillige Maßnahmen offenbar nicht zum Erfolg führten. Vor diesem Hintergrund seien die Initiativen aus der parlamentarischen Opposition nur zu begrüßen. Für eine Frauenquote sprach sich ebenfalls Professorin Silke Ruth Laskowski von der Universität Kassel aus. Eine solche Quote verstoße nicht gegen das Grundgesetz. Professorin Heide Pfarr, Mitglied der Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung, setzte sich mit dem Argument auseinander, dass manche Frauen keine Quotenfrau sein wollen. Die Sachverständige stellte fest, dass die Gesellschaft eine Frauenquote brauche.

”Solange sich nichts in den Köpfen ändert, brauchen wir eine Quote“, war Professorin Marlene Schmidt vom Deutschen Juristinnenbund e.V. überzeugt. Professorin Ute Sacksofsky, die den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main innehat, meinte, Frauen seien in Führungspositionen in der Wirtschaft in Deutschland bei weitem unterrepräsentiert. Dies habe sich in den letzten Jahrzehnten kaum geändert. Dies sei ”fast peinlich“, so das Fazit der Expertin.

Gegen die vorliegenden Initiativen sprachen sich drei Sachverständige aus. Angelika Dammann, Vorstandsmitglied Personal beim Software-Unternehmen SAP AG, sagte, die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote stelle kein geeignetes Mittel dar, um das Problem der nicht ausreichenden Repräsentanz von Frauen in höchsten Führungsgremien zu lösen. Dazu bedürfe es eines breiten und längerfristig angelegten Maßnahmenpaketes, zu dem sich Unternehmen und Politik gleichermaßen verpflichten müssten. Eine Quote, die auf kurzfristige Änderungen in den kommenden Jahren abziele, greife daher zu kurz und werde nicht ohne Qualitätseinbußen erfüllbar sein.

Professor Heribert Hirte von der Universität Hamburg sagte, ganz wesentlich sei die fehlende Verfügbarkeit geeigneter Bewerberinnern, die in ausreichendem Maß nicht vorhanden seien. Diese lasse sich mit einer gesetzlichen Quote nicht lösen. Yvonne Beiertz, Personalberaterin bei Spencer Stuart Associates GmbH aus Frankfurt am Main, kam zu dem Resümee, dass unter den bisher herrschenden Bedingungen Frauenanteile im vorgesehenen Umfang und Zeitrahmen kaum erreichbar seien. Als Voraussetzung für eine schnellere Entwicklung müssten zum einen diese Gremien mit qualifizierten Frauen durchlässiger besetzt werden. Zum anderen müssten wesentlich mehr Frauen eine Karriere machen, die sie für Führungs- und Aufsichtsgremien qualifiziert. Eine Änderung bestehender Gesetze zur Einführung der Frauenquote sei nicht erforderlich.

SPD und Bündnis 90 Die Grünen fordern eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent in den Aufsichtsräten von börsennotierten und der Mitbestimmung unterliegenden Unternehmen . Auch die Fraktion Die Linke hat sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit ausgesprochen.

Großes öffentliches Interesse an Arbeit der Internet-Enquete-Kommission ”Internet und digitale Gesellschaft“

as Interesse der Öffentlichkeit an der Arbeit der Enquete-Kommission ”Internet und digitale Gesellschaft“ ist groß. Zu dieser Einschätzung gelangt der von der Kommission vorgelegte Zwischenbericht (17/5625). Von Beginn an, so heißt es in dem Bericht, hätte die Internetseite der Enquete-Kommission mehr Zugriffe als die jeweiligen Seiten anderer Bundestagsausschüsse zu verzeichnen gehabt. Im Durchschnitt seien es 25.000 Klicks im Monat gewesen. Die Online-Öffentlichkeit verfolge zudem die Aktivitäten der Kommission via Twitter. ”Es gibt darüber hinaus auch eine regelmäßige Berichterstattung in On- und Offline-Medien“, schreiben die Abgeordneten in ihrem Zwischenbericht.

Die am 4. März 2010 mit einem einstimmigen Beschluss des Deutschen Bundestages eingesetzte Enquete-Kommission besteht aus insgesamt 34 Mitgliedern. Die Hälfte von ihnen sind Bundestagsabgeordnete, während die andere Hälfte ”von den Fraktionen benannte und vom Präsidenten des Deutschen Bundestages berufene Sachverständige sind“. Die erzielten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen laut Einsetzungsantrag bis zur parlamentarischen Sommerpause 2012 veröffentlicht werden. Für ihre Arbeit hat die Kommission vier Projektgruppen ins Leben gerufen.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat sich die Projektgruppe ”Netzneutralität“ unter anderem mit der Lokalisierung möglicher Kapazitätsengpässe im Netz sowie der Möglichkeiten zur Auflösung dieser Engpässe beschäftigt. Eine wichtige Rolle habe dabei die Frage der Diskriminierungsfreiheit gespielt, deren Definition von der Projektgruppe ”begleitend erarbeitet wurde“. Bei der ebenfalls behandelten Frage, wie die Vielfalt der Inhalte im Netz gewährleitestet werden könne, seien unter anderem große Internetplattformen wie zum Beispiel soziale Netzwerke als ”problematisch für die inhaltliche Netzneutralität“ thematisiert worden.

Besonders streitig in der Projektgruppe ”Datenschutz, Persönlichkeitsrechte“ war nach Angaben des Berichts das Thema ”Einwilligung“. Mehr als der ”Datenschutz im öffentlichen Bereich“ habe dabei der ”Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich“ im Mittelpunkt der Diskussionen gestanden. Neue Herausforderungen aber auch Lösungsansätze habe die Projektgruppe unter anderem bei den Punkten: Selbstregulierung der Internetwirtschaft, ”Verfallsdaten“ im Internet, Online-Werbung sowie die Datenweitergabe und -handel gefunden.

Die Projektgruppe ”Urheberrecht“ befasst sich nach Angaben der Abgeordneten unter anderem mit der Bedeutung des Internets als Mittel kreativen Schaffens und dem Wert und der Wertschätzung von Kreativität in der digitalen Welt. Wie in dem Zwischenbericht ausgeführt, habe das Internet zur Entstehung des so genannten Prosumenten beigetragen, der sowohl Inhalte konsumiert, gleichzeitig aber auch produziert und verbreitet. Dies führe dazu, ”dass immer mehr Menschen mit dem Urheberrecht in Konflikt geraten, da das Urheberrecht mit der Digitalisierung nicht Schritt gehalten habe“. In diesem Zusammenhang führt die Projektgruppe aus, dass bei einer Neugestaltung des Urheberrechts auch zukünftigen Entwicklungen digitaler Technologien Rechnung getragen werden müsse.

Im Mittelpunkt der Arbeit der Projektgruppe ”Medienkompetenz“ steht laut Bericht der Jugendschutz. Nach der Diskussion um aktuelle Leitfragen zur Medienkompetenz, so heißt es in der Vorlage, habe sich die Projektgruppe in ihrer bisherigen Arbeit detailliert mit den Chancen und Risiken interaktiver digitaler Medien auseinandergesetzt. Darüber hinaus sei es um die Frage gegangen, was Medienkompetenz in der heutigen Zeit bedeutet – im Hinblick auf die Gesellschaft, das öffentliche Leben, die Politik, die Bildung, die Wirtschaft und das Arbeitsleben. Aber auch die Auswirkungen fehlender Medienkompetenz und die strukturellen Defizite bei deren Vermittlung habe die Projektgruppe thematisiert, heißt es in dem vorgelegten Zwischenbericht über den im Plenum des Bundestages nach der Sommerpause 2011 beraten werden soll. (Quelle: “Heute im Bundestag”, Nr. 180 vom 03.05.2011)

CSU-Mittelstands-Union: Grün-Rot macht Rechtsstaat zur Bananenrepublik

Als Anschlag auf Rechtsstaatlichkeit und Investitionssicherheit verurteilt die CSU-Mittelstands-Union (MU) die grün-rote Absprache in Baden-Württemberg zum Projekt Stuttgart 21.? “Ein bereits rechtssicher genehmigtes Projekt über eine Volksabstimmung nachträglich kippen zu wollen, ist eine klare Absage an Fundamente unserer rechtsstaatlichen Ordnung”, kritisierte der Vorsitzende der Mittelstands-Union, Hans Michelbach, am Samstag in München. “Grün-Rot macht damit unseren Rechtsstaat zur Bananenrepublik”

“Willkürliche Eingriffe kosten Arbeitsplätze”

Michelbach, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung ist, warnte zugleich vor schwerwiegenden Folgen der grün-roten Vereinbarung für den Wirtschaftstandort. “Jeder, der in diesem Land investieren will, wird sich fragen, ob er nach erfolgreichem Abschluss eines rechtsstaatlichen Genehmigungsverfahrens wirklich eine sichere Grundlage für sein Vorhaben hat. Willkürliche Eingriffe in Genehmigungsabläufe werden nicht ohne negative Rückwirkungen auf Investitionsentscheidungen und damit auch Arbeitsplätze im Südwesten und letztlich in Deutschland insgesamt bleiben”, sagte der Sprecher des Wirtschaftsflügels.

http://www.csu.de/arbeitsgemeinschaft/mu/aktuell/114811131.htm

Alles auf Anfang beim Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Wie soll es weitergehen mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)? Nach der im Dezember 2010 gescheiterten Novellierungdes Gesetzeswerks haben sich am Samstag in Essen Politiker, Netzaktivisten und Pädagogen beim JMStV-Camp getroffen, um über einen Neubeginn zu beraten. Das Barcamp zeigte: Die Lager sind noch weit voneinander entfernt.
Zahlreiche Teilnehmer des Treffens stellten die Grundlage für den Staatsvertrag überhaupt in Frage. Der Medienpädagoge Guido Brombach meinte nach dem Sichten von Langzeitstudien zum Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, dass der JMStV keine realen Probleme löse. Frage man beispielsweise Jugendliche nach den Gefahren des Netzes, kämen jugendgefährdende Inhalte gar nicht vor; stattdessen gehe es ihnen um Grooming und Mobbing im Internet. Allenfalls sechs Prozent der Kinder komme mit pornografischen Darstellungen in Kontakt. 54 Prozent von ihnen suchten anschließend Gespräche mit Eltern und Freunden, 24 Prozent hörten einige Zeit auf, das Internet zu nutzen. Untersuchungen zeigten zwar, dass die Nutzung des Internets zur schriftlichen Kommunikation mit sinkendem Bildungsgrad stark abnehme, stattdessen steige die Nutzung von Online-Spielen. Inwieweit die mündliche Kommunikation in Multiplayer-Spielen eine Rolle spielt, wurde aber in Langzeit-Studien noch nicht erfasst.
Welche Schlüsse aus solchen Zahlen gezogen werden können, war in Essen umstritten. Der nordrhein-westfälische Staatssekretär Marc Jan Eumann (SPD) versuchte die Erwartungen an eine neue empirische Herangehensweise zu dämpfen: “Nach 50 Jahren Wirkungsforschung sind wir immer noch Fehlern der Wissenschaft ausgeliefert.” Immerhin sei deutlich geworden: “Wer mobbt, mobbt auch digital”, fasste Eumann zusammen.
Während die einen die Konfrontation mit unerwünschten Inhalten als Teil des normalen sozialen Lebens ansahen, wollen andere Kinder so gut wie möglich vor für sie ungeeigneten Inhalten schützen. “Ich will nicht, dass meine Jugendlichen Spiele spielen, wo man reihenweise Menschen abschießt”, erklärte ein Betreuer einer Jugendeinrichtung auf der Konferenz. Der Gesetzgeber lasse den Jugendeinrichtungen keine andere Wahl, als den Zugang zu bestimmten Seiten zu filtern. Positiv daran sei, dass man über die Sperrmeldung mit Jugendlichen ins Gespräch kommen könne.
Die medienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Tabea Rößner warnte davor, das Problem alleine auf die Eltern abzuwälzen. So lasse sich ihre Tochter kaum eine komplette Überwachung ihres Medienkonsums gefallen. Der Gesetzgeber sei in der Pflicht, schließlich sei die Aufgabe des Jugendmedienschutzes im Grundgesetz verankert.
Dem Wunsch nach einer Förderung der Medienkompetenz von Kindern schließen sich alle Beteiligten an – doch wie dieser umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Gerade in Schulen und Jugendeinrichtungen seien die Betreuer unzureichend ausgebildet, um die Heranwachsenden einen kompetenten Umgang mit dem Internet zu lehren. Auch die Medienkompetenz der viel zitierten “digital natives”, die das Internet seit frühester Jugend kennen, sei gemischt. So berichtete eine Lehrerin von ernüchternden Erfahrungen bei der Arbeit mit 16-Jährigen: “Sie können ICQ und Facebook – aber sie können nicht mit dem Netz arbeiten.”
Rechtsanwalt Marko Dörre beschreibt die deutsche Rechtslage als verheerend: “Die Erotikbranche leidet extrem darunter. Nach dem Inkrafttreten des JMStV 2003 sind die Unternehmen massiv ins Ausland abgewandert.” Dennoch hätte er die – dann gescheiterte – Neufassung begrüßt: “Mit dem neuen Staatsvertrag hätte man statt Sendezeiten alternativ eine Alterskennzeichnung umsetzen können. Von der Liberalisierung hätten alle profitiert.”
Auch Martin Drechsler von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) bedauerte die gescheiterte Novellierung und machte Fehlinformationen für das Scheitern verantwortlich. So sei der Einsatz von Filterprogrammen unklar gewesen: “Der Eindruck war, dass eine Seite herausgefiltert werden muss, wenn sie keine Alterskennzeichnung verwendet. Das ist jedoch falsch.” Nach den Plänen der FSM hätten sich Eltern zwar für eine solche Option entscheiden können, vorher wären sie aber über das massive Overblocking einer solchen Lösung informiert worden.
Während in einigen Vorträgen eine vollkommene Abkehr von der bisherigen Regulierung vorgeschlagen wurde, schlugen Stefan Herwig und Lukas Schneider von der Consulting-Agentur Mindbase[ in Essen einen Rundumschlag gegen “Intermediäre” vor. Plattformen wie der One-Click-Hoster Rapidshare seien hauptverantwortlich für Urheberrechtsverletzungen und Jugendmedienschutz-Verstöße, da sie für eine Anonymisierung der Nutzer sorgten. “Ohne eine Haftung der Intermediäre kann es deshalb keinen wirksamen Jugendschutz geben”, sagte Herwig. Der Berater schlägt vor, den Betreibern von Portalen eine generelle Pflicht zur Identifizierung ihrer Nutzer bei Verstößen vorzuschreiben. “Wenn die Anonymität aufgehoben wird, werden sich die Nutzer gesetzeskonform verhalten”, hofft Herwig. (Quelle: Heise.de Torsten Kleinz)