Trendwende: Adobe stellt Flash für Handys und Tablets ein

(Der Standart 09.11.2011) Auf mobilen Geräten hatte Flash aber einen schweren Stand – insbesondere seit der Entscheidung von Apple, die Technik auf iPhone und dem iPad-Tablet nicht zu unterstützen. Der neue Web-Standard HTML5 bieten einen großen Teil der Multimedia-Fähigkeiten von Flash und kommt ohne eigene Abspielsoftware wie den Flash Player oder ein spezielles Browser-Plugin aus.

Konzern dürfte Kritiker Steve Jobs nachträglich Recht geben – Fokus auf offene Web-Standards

Adobe Systems dürfte kurz davor stehen, die Bemühungen rund um eine Mobile-Version des Browser-Plugins zu begraben. Wie aus einem internen Email hervorgehe, so ZDnet, werde sich der Konzern künftig darauf konzentrieren, Flash-Entwickler dazu zu bringen, Apps mit Adobe AIR für alle App Stores umzusetzen. “Wir werden den Flash Player nicht länger für mobile Endgeräte und deren Betriebssysteme und Browser anpassen”, zitiert die Branchenseite aus der Unternehmensmitteilung an Mitarbeiter und Partner. Bestehende Flash-Versionen für Android und das Blackberry PlayBook werden nur noch mit kritischen Updates und Sicherheitspatches unterstützt.
Demnach dürften sich bei Adobe schlussendlich die Pragmatiker durchgesetzt haben. Flash, auf PCs weit verbreitet und für Web-Games, -Videos und -Werbung eingesetzt, fand auf mobilen Plattformen bisher eine weit geringere Verbreitung. Als stärkster Kritiker galt der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs, der das iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS von dem Plug-in abschottete, weil es “ressourcenhungrig und fehlerhaft” sei. Flash Mobile wurde daraufhin von einer Reihe Apples Konkurrenten als Unterscheidungsmerkmal für ihre Smartphones und Tablets eingesetzt. Adobes Spitze dürfte beschlossen haben, dass sich der Entwicklungsaufwand nicht weiter lohne.

Andere Richtung eingeschlagen

Ein entscheidender Faktor dürfte dabei die Fokussierung von Flash auf “High-end”-Einsatzgebiete wie 3D-Games, Premium-Videos und Unternehmensanwendungen gewesen sein. Für diese Anwendungen fehlt mobilen Endgeräten schlicht die Rechenkraft. Gleichzeitig konzentriert sich Adobe zunehmend auf die Unterstützung von Web-Standards wie HTML5 und CSS3.

Ein Zeichen für diese Neuauslegung setzte die Konzernspitze am Dienstag, als man bekannt gab, 750 Mitarbeiter zu entlassen. Fraglich ist, welche Auswirkung dies und die Einstellung von Flash Mobile auf die PC-Version von Flash hat. Offenbar scheint Adobe dem branchenweiten Trend in Richtung offener Web-Standards Rechnung zu tragen. (zw)
(Der Standart 09.11.2011)

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