AGB verdeutlichen Werbesuche in Gmail

In den AGB von Googles E-Mail-Dienst Gmail steht jetzt explizit, dass E-Mails von Nutzern nach werberelevanten Stichwörtern durchsucht werden, wie Reuters berichtet. Google wird in den USA wegen dieser Suche mehrfach verklagt.

Wer den neuen AGB des E-Mail-Dienstes Gmail zustimmt, erlaubt Google künftig explizit, seine E-Mails nach Stichwörtern zu durchsuchen und sie für gezielte Werbung zu verwenden. Google reagiert damit nach eigenen Angaben auf “das Feedback der vergangenen Wochen.” Die AGB sollen demnach jetzt klarer formuliert sein, wie Reuters berichtet.

In der neuen Version der AGB heißt es jetzt demnach: “Unsere automatisierten Systeme analysieren Ihre Inhalte (inklusive E-Mails), um Ihnen persönlich relevante Funktionen unserer Dienste zu bieten, darunter personalisierte Suchergebnisse und Werbung sowie Spam- und Malware-Erkennung. Die Analyse erfolgt, wenn Inhalte versendet, empfangen und gespeichert werden.”

Google verwendet seit geraumer Zeit seinen Gmail-Dienst, um mehr über seine Nutzer zu erfahren. Aus der Suche in E-Mails werden relevante Stichwörter gefiltert und analysiert. Die gesammelten Daten nutzt Google, um den Nutzern personalisiert Werbung zu präsentieren.

Reaktion auf Klagen

Die Suche in E-Mails hat Datenschützer in den USA auf den Plan gerufen. Gegen Google laufen zahlreiche Klagen wegen Verletzung der Privatsphäre. Wohl auch deshalb hat Google die AGB transparenter gestaltet. Googles Anwälte führten unter anderem ein Zitat eines Richters von 1979 auf, wonach Menschen nicht erwarten dürfen, dass Informationen, die sie freiwillig an Dritte weitergeben, privat bleiben. Mitte März 2014 hatte Richterin Lucy Koh hatte allerdings einen Antrag auf eine Sammelklage der Kläger abgewiesen.

Deren Beweggründe seien zu unterschiedlich, befand Koh, die auch dem Prozess zwischen Apple und Samsung vorsitzt. Im Falle einer Sammelklage hätte Google bei einem Schuldspruch möglicherweise mehrere Milliarden US-Dollar auszahlen müssen. Individuelle Klagen kleinerer Gruppen könnten für Google glimpflicher enden.

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