Zehn Jahre EU-Osterweiterung: IHK lobt Erfolgsmodell, von dem alle profitieren

Auch knapp drei Wochen vor der Europawahl zeigen in der Politik nur EU-Skeptiker beeindruckende Form. Nach Ansicht von IHK-EU-Fachmann Alexander Lau haben am 1. Mai, dem zehnten Jahrestag der EU-Osterweiterung, auch deutsche Spitzenpolitiker die Chance vertan, mit Leidenschaft auf den Erfolg dieses Projektes hinzuweisen. „Die EU-Osterweiterung hat alle anfänglichen Befürchtungen widerlegt. Leider ist diese Botschaft beim Bürger kaum angekommen“, sagt Lau. Er zitiert Zahlen der IHK-Organisation, wonach die Öffnung des Handels mit Mittel- und Osteuropa allein in Deutschland rund eine Million Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert hat. Die deutschen Investitionen in die neuen EU-Staaten haben sich in den zehn Jahren auf über 73 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Zudem nutzen deutsche Autoindustrie und Maschinenbau die Vorteile der Arbeitsteilung, etwa in Form von eigenen Niederlassungen oder Joint Ventures in den neuen EU-Ländern. „Die neuen EU-Staaten im Osten haben gleichermaßen vom Binnenmarkt profitiert. Deutschland importiert heute Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 110 Milliarden Euro aus dieser Region“, erklärt Lau. Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Gremiums Altötting-Mühldorf, bezeichnet die EU-Osterweiterung als „Segen für die bayerische Wirtschaft“. Die Geschäftsführerin des Holzwerks Obermeier in Schwindegg sagt, die seit drei Jahren geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bürger der neuen EU-Staaten verhelfe den Unternehmen Südostbayerns zu Arbeitskräften, die auf dem heimischen Markt kaum noch zu bekommen seien. Eine Aussage, die laut IHK-Arbeitsmarktexperte Jens Wucherpfennig von der Bundesstatistik gedeckt wird: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigten aus dem Osten der EU ist seit dem 1. Mai 2011 von 227.000 auf 421.000 um 86 Prozent gestiegen. „Dennoch ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum April 2011 leicht gesunken. Unter dem Strich hat Deutschland mit seiner schrumpfenden und alternden Bevölkerung von dieser Zuwanderung klar profitiert“, sagt Wucherpfennig. Alexander Lau verweist in diesem Zusammenhang auf die aktuelle BIHK-Studie „Zum Nutzen des Binnenmarktes für die bayerische Wirtschaft“. Die Studie kann von sofort an kostenlos bei der IHK bestellt werden.

 

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