Hoffnungsträger #CETA? Freihandelsabkommen der EU mit Kanada könnte 2016 in Kraft treten

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Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen EU und den USA sind ins Stocken gekommen. Umso größer sind die Hoffnungen, die man in Brüssel auf den sich anbahnenden Freihandel mit Kanada setzt. Nach Ansicht von IHK-Fachmann Alexander Lau war es richtig, dass Bundespräsident Joachim Gauck nach Kanada gereist ist, um dort für einen erfolgreichen Abschluss des Abkommens zu werben. „Ein erfolgreicher Start des Freihandels mit Kanada wäre ein wichtiges Signal – gerade für die laufenden Verhandlungen mit den USA“, sagt Lau.
Die Chancen stehen gut. Die Verhandlungen über CETA (Comprehensive Economic And Trade Agreement) zwischen EU und Kanada sind Ende September abgeschlossen worden. Jetzt beginnt innerhalb Europas die Feinarbeit am Vertragstext. CETA soll gemeinsam mit dem strategischen Partnerschaftsabkommen SPA die Zusammenarbeit zwischen der EU und Kanada vertiefen.

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Frühestens 2016 könnte der Freihandel dann Realität werden. Brüssel verspricht sich hiervon wichtige konjunkturelle Impulse. Die EU-Kommission erwartet eine Steigerung des Handels zwischen der EU und Kanada um bis zu 20 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt in der EU soll durch wachsende wirtschaftliche Verflechtungen mit Kanada  spürbar wachsen, bis in den zweistelligen Milliardenbereich hinein.

Nutznießer sind vor allem viele mittelständische Unternehmen: Europäische Unternehmen sparen sich in Summe Zollkosten von 500 Millionen Euro pro Jahr. „Besonders wichtig ist, dass gerade unsere Mittelständler vom Abkommen profitieren werden. Es bringt weniger Vorschriften, nötige Zertifizierungen werden billiger, die Visabestimmungen gelockert, überflüssige Kennzeichnungen abgeschafft. Und bayerische Firmen bekommen die Chance, vom kanadischen Staat einen Auftrag zu bekommen“, erklärt Lau. Einige Hürden gebe es aber noch: In Deutschland streite man um die im Abkommen enthaltene Schiedsgerichtsbarkeit. Unklar ist laut Lau derzeit in Brüssel noch die Frage, ob jedes Parlament der 28 EU-Mitgliedstaaten CETA zustimmen muss. Er hält klare Voten der nationalen Parlamente für wichtig, um die gesellschaftliche Akzeptanz des Freihandels europaweit zu fördern.

(Quelle: IHK München)

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