Das Dresdner Unternehmen “Cloud & Heat” möchte Server-Abwärme zum Heizen von Gebäuden nutzen

IMG_0995.PNGDass beim Betrieb von Servern eine Menge Strom in Abwärme umgewandelt wird, ist nichts Neues und einige Gebäude werden bereits ausschließlich dadurch beheizt. Die “Cloud&Heat Technologies GmbH” möchte dieses Konzept ausweiten und auch Privatleuten die umweltfreundliche Heizung ermöglichen.

Das Geschäftsfeld des Unternehmens lässt sich in zwei Bereiche aufteilen. Zum einen wäre da das übliche Anbieten von Cloud-Dienstleistungen und Speicherplatz. Interessant ist jedoch die dezentrale Verteilung von Serverstationen. Interessierte Firmen können sich einen Server-Rack des Anbieters ins eigene Gebäude stellen.

Tut man dies, kann die Abwärme des beispielsweise im Keller installierten Servers zum Heizen der Zimmer benutzt werden. Dafür fallen keine regelmäßigen Gebühren an, eine kostenlose Warmwasser-Versorgung sowie warme Räume im Winter wären also sicher.

Ein Haken dürfte da jedoch die einmalig fällige Gebühr in Höhe von 12.000 Euro sein. Alle anderen Gebühren wie Kosten für Strom, Instandhaltung und Wartung übernimmt Cloud & Heat für mindestens 15 Jahre, auch die Kosten eines separaten Internetanschlusses werden vom Unternehmen getragen.

Voraussetzung für die Installation ist die Verfügbarkeit einer Internetleitung mit mindestens 50 Mbit/s, damit die Daten der Kunden auch mit ausreichend Geschwindigkeit geladen werden können. Zusätzlich werden ein Wasser-Pufferspeicher für 500 bis 2000 Liter sowie ein Stromanschluss mit 400 Volt und drei 16A-Dosen benötigt.

Der Cloudbetrieb ist auf Schwankungen in der Nutzung der Rechenleistung ausgelegt. Dies bedeutet, dass die Server regional entsprechend der aktuellen Wettersituation betrieben werden können.

IMG_0996.PNGUm im Sommer keine Wohnung mit Backofentemperatur zu bewohnen, verfolgt Cloud & Heat ein spezielles Konzept. So werden die Server abhängig von der Wettersituation an den Serverstandorten unterschiedlich ausgelastet, sodass in kalten Regionen mehr Rechenleistung abgerufen wird. Sollte dies nicht ausreichen, kann die Abwärme auch an die freie Luft abgelassen werden.

Cloud & Heat verfolgt einen interessanten Ansatz, der jedoch einige Haken hat: So ist der einmalige Anschaffungspreis recht abschreckend und stellt die Frage auf, ob sich dieser Preis je amortisiert, da nicht Im Prinzip finanziert der Kunde dem Unternehmen kostenfrei neue Server zur Verfügung. Zudem ist es oft nicht möglich, für einen Haushalt einen zweiten DSL-Anschluss zu verlegen, in vielen Gebieten sind auch keine 50 MBit/s verfügbar. Und dann besteht noch das Ausfallrisiko bei Insolvenz o.ä des Anbieters. Wirklich interessant ist das Konzept aus meiner Sicht daher eher für Unternehmen, die die Server auch selber nutzen können.

 

 

Leave a Reply