CSR-Berichtspflichten: 2017 wird es für deutsche Unternehmen ernst

IMG_1054.JPGFür deutsche Firmen treten die umstrittenen CSR-Berichtspflichten mit dem Geschäftsjahr 2017 in Kraft. Darauf macht IHK-CSR-Referentin Dr. Antje Kuttner aufmerksam. Anlass ist die Veröffentlichung der CSR-Richtlinie im Amtsblatt der EU am 15. November. Das EU-Parlament hatte das Ganze am 22. Oktober beschlossen. Bis zum 6. Dezember 2016 muss die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. „Positiv ist, dass es auf Wirken von Bundesregierung und IHK-Organisation gelungen ist, die möglichen bürokratischen Belastungen für den Mittelstand deutlich zu begrenzen“, sagt Kuttner.

Ursprünglich sollte die Richtlinie schon für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern gelten. Jetzt ist folgende Zielgruppe betroffen: Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern. In Oberbayern sind dadurch nur 542 Unternehmen unmittelbar betroffen. Laut Kuttner müssen diese Unternehmen in ihren Lageberichten Auskünfte zu folgenden Punkten geben: Wahrung von Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerinteressen, Achtung der Menschrechte, Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption sowie Folgen des Geschäftsmodells für Umwelt und Gesellschaft.

CSR-Verantwortliche Gerti Oswald rät dennoch auch kleineren Mittelständlern, sich mit den Berichtspflichten zu beschäftigen. „Wir erwarten zwar, dass die EU-Vorgaben nicht verschärft werden. Allerdings könnten Zulieferbetriebe indirekt von der Regelung betroffen sein – wenn die berichtspflichtigen Unternehmen die Einhaltung dieser Standards auch von ihren Lieferanten verlangen“, sagt Oswald.

Leave a Reply