Neuauflage eines Klassikers? Der BMW 328 Hommage

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Der BMW 328 war nicht nur einer der erfolgreichsten Sportwagen seiner Zeit, sondern auch technologisch ein Vorreiter. Kein Wunder, dass der Wagen heute als Markenikone gilt. Zum 75. Geburtstag des Modells gestalteten die Designer ein Unikat mit den Zügen von damals. Der BMW 328 Hommage wird zur Zeit im BMW Pavillon am Münchner Lenbachplatz ausgestellt.

BMW 328 Hommage

Der BMW 328 Hommage und sein “Vorgänger”

Der BMW 328 gehört zu den Ikonen der Marke BMW, zu den Sportwagen-Urgesteinen über-haupt. Außerdem wirkt sein Leichtbau-Konzept heute wieder besonders aktuell. Da kommt der 75. Geburtstag des legendären Zweisitzers gerade recht, um darauf aufmerksam zu machen, dass BMW angeblich ja schon immer auf der sportlichen und effizienten Spur unterwegs war:

Zum Jubiläum stellte das Team von Designchef Adrian van Hooydonk jetzt einen Roadster auf die Räder, der eine Neuinterpretation des BMW 328 sein soll. Die ersten Meter fuhr die Studie am vergangenen Wochenende beim Oldtimer-Schönheitswettbewerb Concorso d’Eleganza in der Villa d’Este am Comer See, dessen Patronat die Münchner Autobauer seit einigen Jahren inne haben.

BMW328_2“Mit diesem Auto möchten wir uns vor der Leidenschaft und dem Erfindergeist der Väter des BMW 328 verbeugen”, sagt Karl Baumer, der Leiter der BMW-Klassikabteilung. “Sie haben ein Auto geschaffen, das als Meilenstein in der Geschichte gilt.” Die automobile Hommage übertrage die Prinzipien und den Charakter des 328 in die Jetztzeit und zeige, wie die damaligen Konstrukteure Fritz Fiedler und Rudolf Schleicher den Sportwagen mit den aktuellen technischen Möglichkeiten womöglich gebaut hätten.

BMW328_5Was das Publikum an der Villa d’Este zu sehen bekam, ist kein Retro-Auto und trotzdem auf Anhieb als Erbe des BMW 328 zu erkennen. Die markentypischen, nierenförmigen Öffnungen des Kühlergrills stehen höher und aufrechter als bei den aktuellen weiß-blauen Sportwagen, über den langen Vorbau laufen zwei Lederbänder, als müssten sie wie früher die Motorhaube sichern, statt der winzigen Türen des Originals gibt es lediglich tiefe Ausschnitte, ein breiter Schweller erinnert an die Trittleiste zwischen den frei stehenden Kotflügeln, und auf dem Heck prangen zwei stromlinienförmige Höcker.

Mobiltelefone als Stoppuhren – so unromantisch kann die Zukunft sein

BMW 328 HommageAuch im Interieur erinnert der Roadster an sein Vorbild. Obwohl das Auto eher ein sportlicher Cruiser als ein Rennwagen sein soll, verfügen die patinierten Ledersitze über Hosenträgergurte. Es gibt den sogenannten Knochen zwischen den Sitzen, mit dem man bei einem Rennauto im Notfall sofort die komplette Technik stilllegen kann. Zudem hat van Hooydonk die Tripmaster genannten Stoppuhren, mit denen die “Mille Miglia”-Co-Piloten Zeiten stoppen und Sonderprüfungen absolvieren, in die Studie übertragen. Allerdings bedienten sich die Designer hier eines hippen Lifestyle-Accessoires. Zwei iPhones in einem Metallrahmen dienen als Zeitmesser, elektronisches Roadbook und Navigationssystem.

Nicht nur optisch schlägt die Studie eine Brücke in die Vergangenheit. Auch das technische Konzept ist ähnlich. “Der BMW 328 stand vor 75 Jahren für Sportlichkeit und Agilität durch Leichtbau”, sagt van Hooydonk. Immerhin erreichte das Auto trotz vergleichsweise mageren 80 PS in der Serienversion beachtliche 150 km/h. Und der Siegerwagen der Mille Miglia von 1940, das Touring Coupé, erreichte mit einer Leistung von etwa 120 PS eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 166 km/h.

Schon die Studie wiegt 400 Kilo mehr als der Original-Sportwagen

BMW328_4“Das 328 Hommage Car ehrt diese Vergangenheit und zeigt, wie BMW Leichtbau weiterentwickeln wird”, sagt der Designer. Waren es damals vor allem Aluminium und Magnesium, die das Gewicht des 328 auf weniger als 900 Kilogramm drückten, setzen die Bayern heute vor allem auf Karbon. Aus dem Verbundstoff besteht die Struktur des Wagens, große Teile des Innenraums und – nur von einer dünnen Schicht Klarlack geschützt – die Karosserie des Roadsters. “Die Studie kommt auf ein Gewicht von etwa 1300 Kilogramm”, sagt BMW-Sprecher Manfred Grunert. Unter einem leichten Auto, vor allem, wenn es sich um eine Studie handelt, stellt man sich etwas anderes vor. Trotzdem zum Vergleich: Ein ähnlich großer BMW Z4 bringt etwa sechs Zentner mehr auf die Waage.

BMW328_3Derartige Unikate als Nachfolger großer Vorbilder haben bei BMW mittlerweile Tradition: 2006 legten die Bayern eine Neuinterpretation des bei der “Mille Miglia” siegreichen Touring Coupés auf; vor drei Jahren erinnerte die Studie M1 Hommage an das 30-jährige Jubiläum des Wagens, und nun also erhält der 328 ein rollendes Denkmal. Ebenso Tradition ist es, dass diese Schaustücke Unikate bleiben. Selbst wenn die 328-Hommage auf einem aktuellen BMW Z4 aufbaut – dieses Auto wird kein zweites Mal gebaut.

Bilder: Victor Fuchs. Text: Focus onlline

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