Horst Seehofer „Bayern wird erstes Gigabit-Bundesland“

 Digitalisierungsgipfel in München: Gemeinsam mit Ministerpräsident Horst Seehofer hat Vodafone CEO Hannes Ametsreiter (links) heute die nächste Stufe der Digitalisierung für Bayern gezündet. Photo: obs/Vodafone GmbH/Bayerische Staatskanzlei


Digitalisierungsgipfel in München: Gemeinsam mit Ministerpräsident Horst Seehofer hat Vodafone CEO Hannes Ametsreiter (links) heute die nächste Stufe der Digitalisierung für Bayern gezündet. Photo: obs/Vodafone GmbH/Bayerische Staatskanzlei

Gemeinsam mit Ministerpräsident Horst Seehofer hat Vodafone CEO Hannes Ametsreiter die nächste Stufe der Digitalisierung für Bayern gezündet. Beim heutigen Digitalisierungsgipfel in der Bayerischen Staatskanzlei hat Seehofer zudem einen Masterplan für Bayerns digitale Zukunft angekündigt.

Seehofer: „Bayern steht im digitalen Bereich schon jetzt hervorragend da. Heute zünden wir zusammen mit unseren Partnern die nächste Stufe der Digitalisierung, um den außerordentlichen Erfolg und die wirtschaftliche Stärke Bayerns in die Zukunft fortzuschreiben. Gemeinsam machen wir Bayern zum ersten Gigabit-Bundesland!“

Vodafone CEO Hannes Ametsreiter: “Bayern war schon immer ein Motor der Digitalisierung in Deutschland. Diesem Motor werden wir in den nächsten zwei Jahren einen echten Turbo verpassen. Aus Megabits werden wir Gigabits machen. Ab 2019 liefern wir für rund 70% aller bayerischen Haushalte mit 1000 Mbit echte Gigabit-Geschwindigkeiten. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit dem Freistaat Bayern als erstes Land in die Gigabit-Gesellschaft zu führen.”

Der Digitalisierungsgipfel ist der Auftakt zu einem Strategieprozess auf Entscheider-Ebene, mit dem die Staatsregierung die Weichen für die weitere Digitalisierung in Bayern stellen will. Ministerpräsident Seehofer hat Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber beauftragt, diesen Prozess unter Mitwirkung der zuständigen Fachminister zu leiten und Vorschläge, Maßnahmen und Projekte in einem Masterplan für die Digitalisierung in Bayern zusammenzuführen. Die Anwendungsfelder reichen dabei vom Autonomen Fahren über das mobile Internet der Dinge, den Einsatz intelligenter Roboter bis hin zur digitalen Medizin und der Cybersicherheit. Einen besonderen Stellenwert soll die digitale Bildung einnehmen, um die Menschen bestmöglich auf die Arbeitswelt von Morgen und Übermorgen vorzubereiten.

Quellen:
Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung vom 15.02.2017
Vodafone Deutschland, Pressemitteilung vom 15.02.2017

Alexander Hold. Vom Nachmittagsprogramm als Bundespräsident in das Schloss Bellevue?

Photo: Victor Fuchs

Photo: Victor Fuchs

Morgen wählt die Bundes- versammlung den Nachfolger von Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten. Da die Führung der Großen Koalition mit Frank Walter Steinmeier einen gemeinsamen Kandidaten auserkoren hat und somit über eine stattliche Mehrheit verfügt, wird dies wohl keine sonderlich spannende Wahl. Dennoch würde es der demokratische Anstand und der Respekt vor Verfassungsorganen eigentlich gebieten, dass man die Wahl abwartet, bevor man „seinen“ Kandidaten feiert. Nicht so die SPD. Es steht also zu befürchten, dass Steinmeier auch in den Bundestagswahlen von „seiner“ Partei instrumentalisiert und so das Ansehen des höchsten Amtes in unserem Land weiter beschädigt wird.

Die Berliner SPD zeigt hier ein fragwürdiges Demokratieverständnis. Es wird das Votum der Bundesversammlung vorweg genommen. Zudem wird der mögliche neue Bundespräsident schon jetzt für parteipolitische Zwecke vereinnahmt.

Wenig begeistert von dieser “Mauschelei in Hinterzimmern” zeigen sich die bayerischen Freien Wähler (FW) und stellen mit Alexander Hold einen eigenen Kandidaten zur Wahl.

Da Alexander Hold vielen Menschen in erster Linie als Schauspieler bekannt ist, der gut 2000 Mal die gleiche Rolle gespielt hat, nämlich sich selbst als Richter, sieht diese Kandidatur für mache Beobachter vielleicht eher nach einem PR Gag aus.Dies ist es wohl nicht.

Denn weniger bekannt ist, dass der 1962 in Kempten geborene Jurist, Staatsanwalt und Richter auf Lebenszeit Alexander Hold seit vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv ist. 2008 wurde Hold auf der Liste der „Freien Wähler“ (FW) in den Stadtrat von Kempten gewählt. Seit 2014 ist er dort Fraktionsvorsitzender. Die Freien Wähler stellen in Kempten nach der CSU die zweitstärkste Fraktion Im September 2013 wurde Hold in den Bezirkstag von Schwaben gewählt.

Photo: Victor Fuchs

Photo: Victor Fuchs

Vor einigen Tagen lud nun nun der FW Vorsitzende Hubert Aiwanger in den bayerischen Landtag ein, damit sich “das Volk” ein Bild von seinem Kandidaten machen könne. In seiner recht kurzen und sehr moderat vorgetragenen Begrüßung (man kennt ihn gelegentlich auch anders…) kritisierte​ Aiwanger, dass der Bundespräsident nicht vom Volk gewählt sondern von einer sehr kleinen Personengruppe intransparent auserkoren würde. Auf Grund der recht geringen Machtfülle des Präsidenten wäre es auch nicht so dramatisch, wenn das Volk hier auch einmal die falsche Entscheidung träfe.

Alexander Hold stellte in seiner gut einstündigen Rede dar, wie er seine Präsidentschaft gestalten würde: Als ein Präsident der Bürger, der vorwiegend nach innen wirkt. Er sprach klar und deutlich, niemals aufgeregt, genauso wie er im Fernsehen seine Urteile begründete. Er sprach so, dass die sogenannte demokratische Mitte ziemlich jedem Satz zustimmen kann. Hold  wünscht sich ein Einwanderungsgesetz und ärgert sich, dass viele gesetzliche Regelungen im Bereich der Asylpolitik schlicht nicht angewendet werden. Alexander Hold plädiert für ein starkes Europa, möchte „Klartext reden und auch so den Populisten den Boden entziehen“. Er setzt sich für Umweltschutz ein, sagt aber auch, dass wir hier nicht das Augenmaß verlieren dürften. Als Bundespräsident wolle er primär nach innen wirken, er wolle ein Präsident für den einfachen Bürger sein und auch der und auch der Satz „versöhnen statt spalten” durfte am Ende seiner Ansprache nicht fehlen.

Das Volk, beziehungsweise die knapp 80 Bürger, die um 17 Uhr den Weg ins Münchner Maximilianeum fanden, belohnten Hold mit freundlichen, aber nicht frenetischen Beifall. Auch kritische Fragen beantwortete Hold souverän, immer höflich und sachlich im Tonfall.

Insgesamt kann auch ich als kritischer Beobachter feststellen, dass sich Alexander Hold sehr überzeugend und durchaus präsentiabel dargestellt hat.

Alexander Hold ist zugesichert, dass er nach Beendigung seiner TV Karriere wieder in den Staatsdienst als Richter auf Lebenszeit zurückkehren darf. Er wird diese Option wohl nutzen müssen.

Denn er wird wohl nie die Gelegenheit haben, zu zeigen wie er als Bundespräsident wirken würde. Genauso wenig wie das Volk die Möglichkeit hat, darüber zu entscheiden, wer das Amt des Bundespräsidenten besetzt.

Über die Benennung des Staatsoberhauptes das wird heute vor einer Frau und zwei Männern aus rein parteipolitischen Überlegungen hinaus entschieden. Ob dies dazu beiträgt, die Politikverdrossenheit in Deutschland signifikant zu reduzieren, darf durchaus bezweifelt werden.

Vielleicht sollten wir hier tatsächlich ein wenig mehr Demokratie wagen.

 

DIHK legt Papier zur Flüchtlingsintegration vor

Bei ihrem Einsatz für die Eingliederung asylsuchender Menschen stehen Kammern und Betriebe vor vielen Hürden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat elf Vorschläge zusammengestellt, die das Engagement der Wirtschaft erleichtern sollen.

Noch stünden die Betriebe vor vielen Hürden, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks am Freitag in Berlin. Aus seiner Sicht wäre zum Beispiel „ein kontinuierlicher Ansprechpartner für junge Geflüchtete vor und während der Ausbildung bei der Integration sehr hilfreich“.

Ziel des achtseitigen Papiers sei es, das Engagement der Wirtschaft bei der Integration durch Ausbildung und Beschäftigung weiter zu erleichtern, erläuterte Dercks. Im vergangenen Jahr habe die Politik dazu zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, die allerdings bundesweit sehr unterschiedlich umgesetzt würden. Dercks nannte zum Beispiel die Duldung von Flüchtlingen während ihrer Ausbildung. Zusätzliche Probleme bereiteten lange Asylverfahren und Wartezeiten bei den Sprachkursen.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, wirbt der DIHK deshalb unter anderem dafür, besser über die Zugänge zur Ausbildungsduldung zu informieren sowie die Flüchtlinge vor und während ihrer Ausbildung durch qualifiziertes Personal dauerhaft zu begleiten. Auch sollte der Berufsschulunterricht bereits während der einer Ausbildung vorgeschalteten Einstiegsqualifizierung sichergestellt sein, hieß es.

Behörden sollen Wohnsitzauflagen flexibel handhaben

Wichtig sei es für viele Firmen auch, dass die örtlichen Behörden die Wohnsitzauflage für Flüchtlinge „unbürokratisch und flexibel handhaben“, denn viele Branchen seien auf mobile Mitarbeiter angewiesen.

Für das Aktionsprogramm „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration“ hat die IHK-Organisation im vergangenen Jahr 20 Millionen Euro investiert. „Dieses Engagement wird 2017 weiter verstetigt, wofür noch einmal 15 Millionen Euro bereitgestellt werden“, heißt es in dem Papier, 160 Mitarbeiter beraten und unterstützen demnach sowohl Unternehmen als auch Flüchtlinge.

Quelle : epd

Bayerische Grüne und Wirtschaft vereint gegen Ausbildungs- und Arbeitsverbot für Flüchtlinge der CSU Staatsregierung

In einem Gespräch zwischen dem Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern, Peter Driessen, und den bayerischen Grünen am 28. Januar 2017 kritisierten beide Seiten das von der CSU- Staatsregierung verordnete, restriktive Ausbildungs- und Arbeitsverbot für geflüchtete Menschen scharf.

Hierzu erklärt Sigi Hagl, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen:
“Die Weisung der CSU-Staatsregierung vom Dezember 2016 hebelt jegliche Integrationsbemühungen der Geflüchteten, der Ehrenamtlichen und der Wirtschaft aus. Bayerische Unternehmen sind verunsichert und halten sich mit Einstellungen zurück. Geflüchtete Menschen insbesondere aus Afghanistan, die seit Jahren in Deutschland leben und gut integriert sind, verlieren damit nicht nur ihren Arbeitsplatz sondern auch jegliche Perspektive. Diese Praxis muss umgehend beendet werden!”

Der grünen Forderung stimmte Peter Driessen zu:
“Wir fordern, auch Flüchtlingen aus Afghanistan eine Erlaubnis zur Arbeit und Ausbildung zu erteilen. Die ‚3 plus 2‘-Regelung muss endlich so angewandt werden, wie sie gedacht war. Das bedeutet, dass alle Geflüchteten, die auf der Basis einer geltenden Erlaubnis eine Ausbildung begonnen haben, diese auch zu Ende führen dürfen. Voraussetzung sei selbstverständlich immer, dass die Menschen nicht straffällig würden.”

Bei dem Gespräch wurde deutlich, dass Bündnis 90/Die Grünen und die Wirtschaft hier an einem Strang ziehen. Es gelte, die Integrationsleistungen aller Beteiligten anzuerkennen und den Betrieben sowie den Geflüchteten ein Mindestmaß an Planungssicherheit zu ermöglichen. Mit der derzeitigen Praxis nehme die Ausbildungsbereitschaft der bayerischen Wirtschaft enormen Schaden.

Agrarstrukturerhebung 2016: 9 000 landwirtschaftliche Betriebe weniger als im Jahr 2013

ARCHIV - Eine Milchkuh steht am 26.06.2007 auf einer Alpenwiese im Spitzingsee-Gebiet in (Bayern). Verbraucher müssen bereit sein, mehr Geld für bessere Fleischqualität zu bezahlen. Dadurch kann die Weidehaltung von Rindern in Bayern an Bedeutung gewinnen. Foto: Peter Kneffel/dpa (zu dpa «Weide statt Stall fürs Rind - Verbraucher gefordert» vom 19.04.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Eine Milchkuh steht am 26.06.2007 auf einer Alpenwiese im Spitzingsee-Gebiet in Bayern. Verbraucher müssen bereit sein, mehr Geld für bessere Fleischqualität zu bezahlen. Dadurch kann die Weidehaltung von Rindern in Bayern an Bedeutung gewinnen. Foto: Peter Kneffel/dpa 

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich weiter fort, hat sich aber verlangsamt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen den Jahren 2013 und 2016 um rund 3 % (etwa 9 000 Betriebe) verringert. Zwischen der Agrarstrukturerhebung 2013 und der Landwirtschaftszählung 2010 hatte es noch einen deutlicheren Rückgang von knapp 5 % (– 14 000 Betriebe) gegeben.
Nach vorläufigen repräsentativen Ergebnissen bewirtschafteten im Jahr 2016 in Deutschland 276 000 landwirtschaftliche Betriebe insgesamt rund 16,7 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Größe der Fläche hat sich damit gegenüber den Jahren 2013 und 2010 kaum verändert. Von der landwirtschaftlich genutzten Fläche wurden 71 % als Ackerland, 28 % als Dauergrünland und 1 % für Dauerkulturen genutzt. Neben dem Anbau von Winterweizen (27 % des Ackerlandes) dominierten Silomais (18 %) und Winterraps (11 %) den Ackerbau im Jahr 2016.
Die Anzahl der tierhaltenden Betriebe ist weiter rückläufig. Zum Stichtag 1. März 2016 betrieben knapp 184 000 Betriebe Viehhaltung. Das waren fast 16 000 Betriebe oder 8 % weniger als noch im Jahr 2013. Besonders stark war der Rückgang mit 18 % bei den Schweine haltenden Betrieben. Bei den Tierbeständen zeigen sich dagegen keine großen Veränderungen: Die Rinder- und Schweinebestände sind gegenüber 2013 nahezu konstant geblieben, die Zahl der Schafe ging um 3 % zurück.
Neben sinkenden Betriebszahlen gibt es auch strukturelle Veränderungen bei der Rechtsform der landwirtschaftlichen Betriebe. Zwar wurden nach wie vor mit knapp 89 % die meisten Betriebe (244 000) im Jahr 2016 als Einzelunternehmen (Familienbetriebe) geführt, jedoch sank ihre Anzahl seit 2010 stetig (2010: 273 000, 2013: 256 000). Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der Personengesellschaften weiter zu und stieg von 21 000 (2010) über 24 000 (2013) auf mehr als 26 000 Betriebe im Jahr 2016 an. Im gleichen Zeitraum blieb die Zahl der juristischen Personen dagegen mit rund 5 000 Betrieben fast unverändert.
Die Entwicklung bei den Einzelunternehmen spiegelt sich auch in der Zahl der Familienarbeitskräfte wider, die im Vergleich zum Jahr 2013 um knapp 12 % auf 446 000 zurückgegangen ist. Auch die Zahl der Saisonarbeitskräfte war rückläufig (– 9 %). Dahingegen erhöhte sich die Zahl der ständig Beschäftigten leicht um 1 % auf 204 000. Insgesamt ist die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte seit 2013 um 8 % auf 936 000 Beschäftigte gesunken.

Bayern: Landtags-Grüne kritisieren Rückbaugenehmigung für den Atommeiler Isar 1 „Erst Brennstofffreiheit, dann Abriss“

KKW Isar 1

Die Landtagsabgeordneten Rosi Steinberger und Martin Stümpfig der Grünen Landtagsfraktion kritisieren “die risikoreiche Rückbaugenehmigung für Isar 1”:

„Wir haben dort immer noch 1.700 Brennelemente in einem schlecht geschützten Abklingbecken“, mahnt die niederbayerische Abgeordnete Rosi Steinberger, „ein Abriss vor der Räumung wäre hoch riskant.“

Der atompolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Martin Stümpfig, sieht die mit dem nach wie vor gefüllten Lagerbecken verbundenen Gefahren in der Risikobewertung für die Rückbaugenehmigung nicht hinreichend berücksichtigt. „Es werden zwar über 30 nicht unwahrscheinliche Ereignisse aufgelistet – darunter ein möglicher Flugzeugabsturz auf das Lagerbecken. Bei der Berechnung der maximalen Strahlenbelastung für die Umgebung wird der Flugzeugabsturz aber nicht einkalkuliert. Das ist grob fahrlässig“, ärgert sich Martin Stümpfig. Zudem schreibe die Genehmigung dem für den Rückbau verantwortlichen Unternehmen Preußen-Elektra keinen klaren Zeitrahmen vor. „Wann es los geht, bestimmt alleine der Betreiber – damit werden Klage- und Mitwirkungsrechte der Bevölkerung stark eingeschränkt“, so Martin Stümpfig.

Die Landtags-Grünen fordern weiter die Räumung des Lagerbeckens vor Beginn des Rückbaus. Rosi Steinberger: „Erst brauchen wir die Brennstofffreiheit, dann kann der Abriss beginnen. Nur diese Reihenfolge schützt die Bevölkerung vor möglichen Gefahren.“

DIW: Klimaschutz in Europa ist ohne Atomkraft möglich

okostrom-atomenergieErneuerbare Energien können bis 2050 Atomstrom vollständig ersetzen, ohne die Klimaschutzziele oder die Versorgungssicherheit zu gefährden – Atomkraft ist nicht wettbewerbsfähig und wäre auch künftig die teuerste Variante der Stromproduktion

Europa ist auf die Stromproduktion durch Atomkraftwerke nicht angewiesen: Die Klimaschutzziele lassen sich bis 2050 gänzlich ohne Atomstrom realisieren – bei einer gleichzeitig sicheren Energieversorgung. Hinzu kommt, dass Atomkraft auch künftig die mit Abstand teuerste Variante wäre, Strom zu erzeugen. Das ergeben aktuelle Simulationen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die auf früheren Szenarioberechnungen aufbauen und um aktuelle Daten und Rahmenbedingungen ergänzt wurden. „Die Atomkraft ist eine Technologie der Vergangenheit, die ohne Subventionen nicht wettbewerbsfähig war und es auch niemals sein wird – selbst dann nicht, wenn man die Umweltrisiken und die Entsorgung des Atommülls außen vor lässt“, sagt die Energieökonomin Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin. Der Studie zufolge kostet die Stromproduktion durch Atomkraft selbst bei einem sehr hohen CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne mit gut zwölf Cent pro Kilowattstunde deutlich mehr als die Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken oder durch erneuerbare Energien.

Während Deutschland und einige andere westeuropäische Länder wie Italien, Österreich oder Belgien den Atomausstieg beschlossen oder sogar bereits vollzogen haben, planen osteuropäische Länder wie Litauen oder Polen mehr oder weniger konkret einen Ausbau der Atomkraft. Obwohl es oftmals Widerstände in der Bevölkerung gibt und die Finanzierung ungewiss ist, weist auch die Europäische Kommission in ihrem aktuellen Referenzszenario aus dem Jahr 2016 einen hohen Anteil von Atomenergie am europäischen Strommix der Zukunft aus. Für den Zeitraum von 2030 bis 2050 sieht das Szenario den Neubau von Atomkraftwerken mit einer Erzeugungskapazität von über 50 Gigawatt vor – ein Gigawatt entspricht dabei in etwa einem Atomkraftwerk.

Atomkraft ist auch in Frankreich und im Vereinigten Königreich entbehrlich

Die EnergieökonomInnen des DIW Berlin haben die Plausibilität des Referenzszenarios anhand eines eigenen Strommarktmodells geprüft. Dieses ermittelt unter der Annahme einer weitgehenden Reduktion des CO2-Ausstoßes, wie sich der Kraftwerkspark in Zukunft am kostengünstigsten zusammensetzt. Das Ergebnis: Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verdrängt fast vollständig die Produktion durch fossile Energieträger. Nach dem Jahr 2030 würde der Großteil des Stroms aus Windkraftanlagen erzeugt, gefolgt von Photovoltaik. Die Simulationsrechnungen zeigen, dass Atomkraft spätestens im Jahr 2050 nicht mehr notwendig ist, um die Energieversorgung sicher zu stellen. In separaten Berechnungen haben die StudienautorInnen zudem herausgefunden, dass selbst Frankreich – wo die Stromproduktion in Atomkraftwerken im Jahr 2015 gut drei Viertel der gesamten Stromproduktion ausmachte – bis 2050 gänzlich ohne Atomkraft auskommen könnte, ohne seine Klimaschutzziele und die Versorgungssicherheit zu gefährden. Dasselbe gilt für das Vereinigte Königreich, das derzeit ein Neubauprogramm verfolgt und die Atomkraftwerkskapazität bis 2036 deutlich erhöhen möchte.

„Unsere Modellrechnungen bestätigen erneut, dass die Atomkraft in Europa nicht gebraucht wird“, sagt Christian von Hirschhausen, Forschungsdirektor für internationale Infrastrukturpolitik und Industrieökonomie am DIW Berlin und Professor an der TU Berlin. „Mit der Entscheidung, der Atomkraft in Zukunftsszenarien eine große Rolle zuzuschreiben, ist die Europäische Kommission meiner festen Überzeugung nach auf dem Holzweg. Sie sollte gemeinsam mit den Mitgliedsländern vielmehr versuchen, die Abschaltung der Kraftwerke, den Rückbau und die Entsorgung des Atommülls geordnet und sicher über die Bühne zu bringen.“

Mut zu Mut – für ein vielfältiges WIR: Einladung zur Kick-Off Veranstaltung am 18.09.2016

Mut zu Mut

Mut zu Mut

Wir brauchen eine positive Aufbruchsstimmung- kein Angst-Schüren. Klar ist: Die Gesellschaft der Zukunft wird sich verändern, und sie wird vielfältig sein – und wir können diese Zukunft positiv für alle gestalten – mit Zuversicht!

Deswegen schaffen wir eine Plattform für Bayern, um uns auszutauschen und über notwendige weitere Schritte zu diskutieren. Denn Angstmacherei und Missgunst bestimmen die Nachrichtenlage, hart erkämpfte Rechte für lange bei uns wohnende MigrantInnen scheinen zur Disposition zu stehen.

Deutschland stand im letzten Sommer für Mitmenschlichkeit und gelebte Demokratie. Da wollen wir anknüpfen und die gelebte Demokratie von unten stärken – in der Diskussion miteinander.

Klar ist: Die Gesellschaft der Zukunft wird sich verändern, und sie wird vielfältig sein – und wir können diese Zukunft positiv für alle gestalten – mit Zuversicht!

Deswegen schaffen wir eine Plattform für Bayern, um uns auszutauschen und über notwendige weitere Schritte zu diskutieren.

Aufgrund des schrecklichen Ereignisses am 22. juli in München haben wir entschieden, die Tagung im Bellevue di Monaco am 23. Juli abzusagen. Wir holen den Termin am 18. September nach:

Ort: Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München

Zeit: 11:00-17:00 Uhr

Anmeldung: info@mutzumut.de

Programm http://www.mutzumut.de/tagung-im-herbst-im-bellevue-di-monaco/


Pressemitteilung:

Was mich umtreibt: die Frage, was junge Menschen, unsere Kinder, so
hoffnungslos und verzweifelt macht, dass sie solche Taten begehen”,
schrieb Björn Bicker, Autor und Künstler am Tag nach dem OEZ-Attentat.
“Wir müssen Liebe verbreiten, Hoffnung, Respekt, Freundlichkeit,
Zuversicht, Lust auf Leben. Wie machen wir das?” Björn Bicker ist
einer der Erstunterzeichnenden des Aufrufs der bayernweiten Initiative
“Mut zu Mut”, die sich im Juni der Öffentlichkeit vorstellte.

Michi Altinger, Kabarettist und ebenso Unterzeichner des Aufrufs: “Das
Ende der Willkommenskultur ist notariell besiegelt, meinte Horst
Seehofer vor Kurzem. Was für eine Beleidigung, für all jene, die sich
seit Monaten selbstlos aktiv für Flüchtlinge einsetzen. Den Helfern
den Rücken zu stärken, ihrer Arbeit die nötige Anerkennung zu geben
und vor allem der Bevölkerung klar zu machen, dass wir gar keine andere
Wahl haben, als zu einer gestärkten und geregelten Willkommenskultur zu
kommen, darum geht es!“

Stephan Lessenich, Professor für Soziologie von der LMU München:
„Dass wir heutzutage überhaupt einstehen müssen für Menschenrechte
und Vielfalt, das ist ein schlechtes Zeichen. Um dies aber mit
möglichst vielen tun zu können, müssen wir miteinander reden.“

Claudia Stamm, Mitglied des Bayerischen Landtags: „Wir müssen allen
ermöglichen, ihre Ideen einzuspeisen – explizit auch Geflüchteten
selbst. Um zusammenzuwachsen, muss man auch im politischen Dialog sein.
Wir, die Initiatoren, spüren: Es muss dringend etwas passieren.
Deswegen wagen wir jetzt den Aufbruch!“

Angesichts der im letzten Jahr erlebten Gleichzeitigkeit von breitem
zivilgesellschaftlichem Engagement für Geflüchtete und einer zunehmend
restriktiven Flüchtlingspolitik in Bayern riefen die InitiatorInnen
dazu auf, die Demokratie von unten zu stärken und luden unlängst zu
einem gemeinsamen Austausch in Form einer Tagung zur Wiederaneignung der
Demokratie in die Räume des Flüchtlingsprojektes “Bellevue di
Monaco”. Doch die Geschehnisse rund um den “Amoklauf” im OEZ und die
ängstliche Stimmung in ganz München am Vorabend der geplanten
Veranstaltung ließen die gegensätzlichen Bewegungen, die unsere Zeit
bestimmen, erneut wie in einem Brennglas deutlich werden: Spontane Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden, Achtsamkeit und Solidarität auf der einen Seite – politische Instrumentalisierung der
Tat und die mittlerweile üblichen Wellen von Hass und Verunglimpfung in
den “sozialen Medien” auf der anderen Seite.

“Mut zu Mut” entschloss sich, das für den 23. Juli 2016 angesetzte
Treffen zu verschieben – doch natürlich bleiben wir dran.
Denn eine gemeinsame Antwort auf Abschottungspolitik und Fremdenhass
ist drängender denn je!

Für Sonntag, den 18. September 2016 lädt “Mut zu Mut” daher neuerlich
ins Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München ein, um eine starke Plattform für eine lebendige Demokratie in Bayern zu bilden.

Die Teilnahme ist selbstverständlich unverbindlich und kostenlos.

Anmeldung: info@mutzumut.de

Genaueres zum Programm unter: http://www.mutzumut.de/tagung-im-herbst-im-bellevue-di-monaco/

Erste Antworten auf diese Fragen hoffen wir dann zu finden – gemeinsam
mit all jenen, die meinen, dass “mehr Demokratie wagen” nicht von gestern ist, sondern das Gebot der Stunde.

Die Rechtslage zu einem möglichen Einsatz der Bundeswehr im Inneren

Bundeswehr Polizei Quelle BPBNach dem Amoklauf in einem Münchner Einkaufszentrum im Juli entbrannte eine politische Diskussion darüber, ob hier auch die Zuhilfenahme der Bundeswehr sinnvoll oder gerechtfertigt gewesen wäre. Mangels Kenntnis aller Fakten vermag ich die erste Frage (auch als gut informierter Laie) nicht zu beantworten. Es ist aber offensichtlich, dass die Münchner Polizei die Situation recht gut im Griff hatte. Dies betrifft sowohl die Arbeit vor Ort als auch die Krisenkommunikation. Wenn man sich die aktuelle Gesetzeslage ansieht, erscheint es mir zweifelhaft, ob hier neuer Regelungsbedarf besteht. Im Grunde ist das Wesentliche klar geregelt:

Bei der Verwendung der Bundeswehr im Inneren sind nach dem Grundgesetz zwei Fälle zu unterscheiden. Der erste Fall ergibt sich im Zusammenhang mit der vordringlichen Aufgabe der Streitkräfte, also bei ihrem Einsatz im Verteidigungs- oder Spannungsfall nach Art. 115a Abs. 1 S. 1, Art. 80a Grundgesetz (GG). In einem solchen Fall darf die Bundeswehr auch zur Wahrnehmung bestimmter Aufgaben im Landesinneren herangezogen werden. Sie ist dann befugt, zivile Objekte zu schützen und Aufgaben der Verkehrsregelung wahrzunehmen.

Der zweite Fall betrifft die Verwendung der Bundeswehr im Inneren, wenn kein Verteidigungs- oder Spannungsfall vorliegt. Hier gilt nach Art. 87a Abs. 2 GG ein strenger Verfassungsvorbehalt, nach dem die Streitkräfte außerhalb der Verteidigung nur eingesetzt werden dürfen, soweit das Grundgesetz es ausdrücklich zulässt. Innerhalb dieses Falles sind wiederum drei Unterfälle zu unterscheiden. Dazu gehören:

1. Die Verwendung der Bundeswehr unterhalb der Einsatzschwelle als Amtshilfe (Art. 35 Abs. 1 GG),

2. Der Einsatz oberhalb der Einsatzschwelle zur militärischen Bekämpfung nichtstaatlicher Gegner der freiheitlichen Ordnung (Art. 87a Abs. 4 GG)

3. Ebenfalls oberhalb der Einsatzschwelle die Unterstützung der Polizeikräfte durch die Bundeswehr bei einer Naturkatastrophe oder einem besonders schweren Unglücksfall (Art. 35 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 GG).

Im Rahmen der Amtshilfe dürfen die personellen und materiellen Ressourcen der Streitkräfte genutzt werden, soweit dies unterhalb der Einsatzschwelle bleibt (z.B. rein technisch-unterstützende Funktionen bei Luftzwischenfällen, vorübergehende Bereitstellung von technischen Geräten oder Bundeswehrkasernen). Die Einsatzschwelle und damit eine zulässige Amtshilfe wird nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts (BVG) allerdings überschritten, wenn das Droh- und Einschüchterungspotential militärischen Auftretens ausgenutzt werden soll.

Oberhalb der Einsatzschwelle bewegen sich der zweite und der dritte Unterfall. Da hierbei auch militärische Mittel wie Kriegswaffen eingesetzt werden dürfen, lässt das BVG solche Einsätze im Inneren nur in äußersten Ausnahmefällen zu. Dabei ist stets der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren.

Als zweiten Unterfall erlaubt das Grundgesetz einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren zum Schutz ziviler Objekte und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass dies der Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes dient, das bedrohte Land nicht selbst zur Bekämpfung der Gefahr bereit oder in der Lage ist und die verfügbaren Kräfte von Polizei und Bundespolizei dafür nicht ausreichen. Mit diesen Voraussetzungen zielt Art. 87a Abs. 4 GG auf die militärische Bekämpfung nichtstaatlicher Gegner. Die hohe Hürde für diesen Einsatz besteht somit darin, dass diese militärische Bekämpfung von Menschen nur zum Schutz des Bundes oder eines Landes bzw. der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zulässig ist. Unterfällt ein Sachverhalt dem Tatbestand des Art. 87a Abs. 4 GG und wird in dem Einzelfall diese hohe Hürde jedoch nicht erreicht, so geht nach dem Bundesverfassungsgericht von Art. 87a Abs. 4 GG grundsätzlich eine Sperrwirkung aus. Dies bedeutet, dass der Einsatz der Bundeswehr in einem solchen Fall auch nicht auf eine andere Grundlage, namentlich nicht auf Art. 35 Abs. 2 und Abs. 3 GG gestützt werden darf.

Der dritte Unterfall ist die Unterstützung der Bundeswehr bei Naturkatastrophen (z.B. Überschwemmungen, Erdbeben oder Waldbrände) oder besonders schweren Unglücksfällen, soweit dies erforderlich ist. In einer früheren Entscheidung aus dem Jahr 2006 hatte das Bundesverfassungsgericht die Verwendung spezifisch militärischer Mittel in diesen Fällen noch abgelehnt. Seit seiner Plenarentscheidung vom 3. Juli 2012 hält das Gericht an dieser Rechtsprechung nicht mehr fest, lässt jedoch den Einsatz militärischer Mittel in diesen Fällen nur als Ultima Ratio zu.

Als besonders schwere Unglücksfälle gelten unter anderem schwere Flugzeug- oder Eisenbahnunglücke oder Unfälle in Kernenergieanlagen. Solche Unglücksfälle können entweder durch technisches oder menschliches Versagen ausgelöst, aber auch von Dritten absichtlich herbeigeführt worden sein. Für das Vorliegen eines Unglücksfalls muss der Schaden noch nicht eingetreten sein, der Eintritt katastrophaler Schäden jedoch unmittelbar drohen. Entsprechend den hohen Anforderungen, die das BVG an die Verwendung der Bundeswehr im Inneren oberhalb der Einsatzschwelle stellt, sind von Art. 35 Abs. 2 und Abs. 3 GG nur Ereignisse von katastrophischen Dimensionen erfasst, die weit über gewöhnliche Gefahrensituationen hinausgehen.

Für einen Einsatz reiche es somit nicht, wenn die Polizei bei der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung überfordert sei. Auch die Bundesregierung erkennt in ihrem Weißbuch 2016 an, dass ein Bundeswehreinsatz nach Art. 35 Abs. 2 und 3 GG nur in „terroristischen Großlagen“ möglich ist. Das Bundesverfassungsgericht betont in diesem Zusammenhang außerdem, dass die Sperrwirkung von Art. 87a Abs. 4 GG beachtet werden müsse. Daher könnten beispielsweise Gefahren für Menschen und Sachen, die aus oder von einer demonstrierenden Menschenmenge drohen, nicht als besonders schwerer Unglücksfall im Sinne des Art. 35 Abs. 2 und 3 GG angesehen werden. Ein solcher Sachverhalt würde allein von Art. 87a Abs. 4 GG erfasst. Ein militärischer Einsatz gegen diese Menschenmenge wäre somit nur zulässig, wenn die Voraussetzungen von Art. 87a Abs. 4 GG erfüllt sind, insbesondere eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung vorliegt.

Quellen:

Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15.02.2006, BVerfGE 115, 118 ff.

Plenarbeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 03.07.2012, BVerfGE 132, 1 ff.

Hölscheidt/Limpert, Einsatz der Bundeswehr innen und außen, JA 2009, 86 ff.

Weißbuch 2016 der Bundesregierung, Zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr

Bayerns Grüne fordern Änderung des Lehrerbildungsgesetzes

„Wir müssen das Lehrerbildungsgesetz ändern – zugunsten unserer jungen Lehrkräfte“,Unbenannt kommentiert der bildungspolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Thomas Gehring, die Forderung des BLLV, das Lehramtsstudium zu reformieren. „Wir müssen unseren Lehrerinnen und Lehrern eine Perspektive bieten: Eine trennscharfe Ausbildung nach Schularten ist überholt, vor allem, wenn die Lehrkräfte dann doch im Notfall an anderen Schularten eingesetzt werden.“

Die schulartspezifische Ausbildung führe viele junge Menschen in die Sackgasse. Die aktuellen Einstellzahlen würden zeigen, dass der Bedarf an Lehrkräften in Bayern da sei. „Aber unsere Lehrerinnen und Lehrer müssen für die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen ausgebildet werden und zwar nach Altersstufen und nicht nach Schularten“, Thomas Gehring: „Aber die CSU sieht nur das dreigliedrige Schulsystem und nicht die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und nicht die Nöte der jungen Lehrkräfte.“