1323 Elektroautos wurden im Januar 2017 in Deutschland zugelassen, über 10.000 Anträge auf Umweltbonus

Genau 1.323 Elektroautos wurden im Januar neu zugelassen, meldet das KBA. Damit startet das neue Elektro-Jahr schwungvoll mit einem satten Plus von 177,4 Prozent gegenüber dem sehr schwachen Vorjahresmonat. Der Anteil der Elektroautos an den PKW-Gesamtzulassungen  (241.399 Fahrzeuge) ist jedoch mit 0,5 % immer noch verschwindend gering.

Bild: Tesla

Mit 151 Neuzulassungen konnte Tesla einen (zumindest auf dem Papier) imposanten Zuwachs von 287,2 % verbuchen. Derweil sind bis zum 31. Januar 10.835 Anträge für den Umweltbonus beim zuständigen Bundesamt eingegangen. 6.119 Anträge bezogen sich auf reine Elektrofahrzeuge und 4.716 auf Plug-in-Hybride.

 

Lidl bietet ab Januar gentechnikfreies Rindfleisch an

LidlAb dem 16. Januar bietet Lidl Deutschland den Artikel “Frische Hamburgerscheiben” der Eigenmarke “Landjunker” mit dem “Ohne Gentechnik”-Siegel an. Die Einlistung erfolgt zunächst in den Berliner Filialen und soll im Laufe des Jahres deutschlandweit ausgeweitet werden. Neben den Hamburgerscheiben werden weitere Rinderhackfleischprodukte mit dem “Ohne Gentechnik”-Siegel das Sortiment schrittweise ergänzen. “Wir wollen das Angebot gentechnikfreier Produkte für unsere Kunden weiter ausweiten, um ihnen eine bewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen. Die höheren Einkaufspreise bei gleich bleibenden Verkaufspreisen sehen wir dabei als Investition in die Zukunft”, sagt Jan Bock, in der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland zuständig für den Einkauf. “Zur Sortimentsgestaltung gehört auch, dass wir unser Angebot an laktose- und glutenfreien Produkten ausbauen und eine Auswahl an vegetarischen und veganen Alternativen sowie Bio-Lebensmitteln anbieten.”

Das Rindfleisch für die frischen Hamburgerscheiben stammt von Rindern, die in Deutschland geboren sind, aufwachsen sowie geschlachtet und verarbeitet werden. Damit das Fleisch als gentechnikfrei eingestuft werden kann, muss sichergestellt sein, dass die Tiere drei Jahre lang ausschließlich gentechnikfrei gefüttert wurden. Was sich bisher bei Frischgeflügel-Produkten bewährt hat, wird nun auch schrittweise für Rinderhackfleisch-Produkte folgen: Das 2009 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingeführte und vom “Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V.” (VLOG) vergebene grüne “Ohne Gentechnik”-Label wird dann auf allen entsprechenden Produktverpackungen zu finden sein. Zum gentechnikfreien Sortiment gehört bei Lidl seit dem vergangenen Jahr ebenfalls die Frischmilch der Eigenmarke Milbona sowie diverse andere Molkereiprodukte, wie die Käsesorten Emmentaler und Wiesenländer, saure Sahne, Schlagsahne und Mozzarella.

Der Markt mit vegetarischen Produkten boomt in Deutschland

vegetarisch-ernaehrenDer Markt mit vegetarischen Produkten boomt. Das haben längst auch die Wursthersteller gemerkt und bringen immer mehr vegetarische Ersatzprodukte auf den Markt. Christian Rauffus, Geschäftsführer und Inhaber der Firma Rügenwalder Mühle sagte nun, dass die Produktion in seinem Unternehmen in den kommenden Jahren immer mehr Fleisch durch vegetarische Zutaten ersetzen möchte. Schlussendlich sei sogar eine komplett fleischlose Herstellung denkbar.

Und die Zahlen geben ihm Recht: In den vergangenen vier Jahren verdoppelte sich der Umsatz mit Fleischersatzprodukten und pflanzlichen Brotaufstrichen in Deutschland von 155,6 Millionen Euro im Jahr 2012 auf fast 311 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

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Den Konsumenten geht es beim Kauf vor allem darum, generell ihren Fleischkonsum zu reduzieren. 30 Prozent sagen, sie kaufen aus ethischen Gründen Ersatzprodukte. 29 Prozent wollen ihre Mahlzeiten vielfältiger gestalten, wie die Grafik von Statista zeigt.

BMVI: Projektideen zur Förderung des Radverkehrs gesucht

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sucht auch in diesem Jahr wieder nach förderfähigen Projekten zur Umsetzung der Ziele des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP). Interessierte können bis zum 1. August 2015 ihre Projektideen für das Förderjahr 2016 einreichen. Themenschwerpunkte in diesem Jahr: “Elektromobilität” und “Rad und Raum”.
Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:
„Radfahren schont das Klima, fördert die Gesundheit und hilft Staus zu vermeiden. Nehmen Sie aktiv an der Förderung des Radverkehrs teil und bewerben Sie sich mit Ihren Projektideen – nur so können neue Ansätze und Ideen für die Förderung des Radverkehrs erprobt und sinnvoll gefördert werden.
Das BMVI fördert so genannte nicht investive Modellprojekte zur Umsetzung des NRVP mit Mitteln in Höhe von ca. 3,2 Millionen Euro pro Jahr. Zu den förderfähigen Projekten zählen insbesondere Informations- und Kommunikationskampagnen (z. B. zur Verbesserung des Verkehrsklimas), Wettbewerbe, technische Innovationen, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie sonstige geeignete Vorhaben, die der Koordinierung und Förderung des Radverkehrs dienen.“
Eine NRVP-Förderung wird in einem zweistufigen Auswahlprozess beantragt: Zunächst ist eine Ideenskizze einzureichen. Aus den eingegangenen Skizzen wird das BMVI, beraten durch das Expertengremium “Beirat Radverkehr”, eine Auswahl treffen und diese zur Antragstellung auffordern. Für die förderfähigen Projektkosten bewilligt das BMVI im Wege der Projektförderung einen Zuschuss als Anteilsfinanzierung.

Ausführliche Informationen gibt es auf http://www.nationaler-radverkehrsplan.de

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Wieder Betrug bei Bio Lebensmitteln?

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Tempora mutantur. Lange Zeit wurden Bio Märkte primär von “Grünen” besucht, denen zum eine gesunde Ernährung wichtig war und die auch über das nötige Kleingeld verfügten. Zwischenzeitlich ist das Thema “Bio” auch bei den Discountern angekommen.

Auch weniger betuchte Konsumenten wollen und können sich heute bewusster mit nachhaltig produzierten Produkten ernähren. Dies ruft leider auch Geschäftemacher auf den Plan. In der Münchner Nymphenburgerstr. gibt es einen Biomarkt. Gegenüber einen Discounter. Bei beiden gab es vor einiger Zeit die vom gleichen Produzenten erzeugten Biotomaten. Mit dem Unterschied, dass der Biomarkt gut die Hälfte teurer war. Das ist zwar ärgerlich aber nicht kriminell, doch nicht nur Gelegentlich werden konventionell hergestellte Produkte als “Bioware” verkauft:

Gegen einen der größten deutschen Bio-Eier-Produzenten, den Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof bei Rostock wird wegen Betrugs ermittelt, wie der “Spiegel” berichtet. Demnach sollen nicht alle Hühner den in der EU-Ökoverordnung vorgeschriebenen Auslauf von vier Quadratmetern pro Tier gehabt haben. Ihre Eier wären deshalb keine Öko-Eier, und die etwa 15 Cent die jedes Bio-Ei teurer ist, wären zu Unrecht kassiert worden. Für einen gängigen Stall mit 24.000 Hühnern bringe dies einen illegalen Gewinn von knapp einer Million Euro.

Laut “Spiegel” ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock gegen gegen vier von insgesamt über einem Dutzend Fürstenhof-Betrieben, die zusammen gut 80 Millionen Eier im Jahr produzieren. Auch gegen Geschäftsführer Friedrich Behrens werde ermittelt.

Bereits im vergangenen Jahr war Behrens in einen Schwindel mit Öko-Eiern verstrickt. Dass damals nur ein paar kurze Vermarktungsverbote und Geldstrafen verhängt wurden, erklärten sich die Rostocker Ermittler nun damit, dass der Auslauf-Schmu offenbar über Jahre von den Kontrolleuren durchgewinkt wurde: Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass Ausläufe nie richtig vermessen und Bestände nie gezählt worden seien.

Verbraucher können solche Machenschaften kaum durchschauen, hier sind die Behörden in der Pflicht, mit noch mehr Kontrollen dafür zu sorgen, dass diesen “Schwarzen Schafen” konsequent das Handwerk gelegt wird.

“Von der Energiewende zur Stromwende” Impressionen von der gestrigen Veranstaltung des CSU Arbeitskreises Energiewende in München

Gut besetzt war der Konferenzsaal 2 in der CSU Landesleitung bei der Veranstaltung “Von der Stromwende zur Energiewende” des CSU Arbeitskreises Energiewende (AKE), obgleich es zeitgleich in München eine Vielzahl von “Konkurrenzveranstaltungen” gab.

Der AKE hatte Detlev Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. zu Gast. Einem sehr fundiertem aber dennoch kurzweiligen Referat folgte eine offene und konstruktive Diskussion. Es haben jedoch wenige Nicht-CSUler den Weg in die Höhle des bayrischen Löwen gefunden. So hätte sich mach Vorurteil über die interne politische Arbeit der CSU begraben lassen, meinte mein Tischnachbar.

Zum Thema: Die Energiewende ist eine Herkulesaufgabe, gegen die -keine Übertreibung- sogar die Mondlandung recht einfach erscheint. Die Energiewende ist, im Gegensatz zu allen anderen technischen Neuerungen, nicht durch die Technik getrieben, sondern durch die Politik.

Dass wir heute alle Smartphones nutzen können und weltweit jederzeit erreichbar sind, dass vor einem Jahrhundert das Kraftfahrzeug das Pferdefuhrwerk abgelöst hat: Das alles und vieles mehr entstand nicht auf politischem Druck oder durch Subventionen, der Markt hat es so gewollt.

Bei der Energiewende ist das anders. Hier werden die Maßgaben durch die Politik vorgegeben. Die gleichen Parteien, die vor Fukushima die Atomenergie als unverzichtbar erklärten, nehmen heute milliardenschwere Prozessrisiken in Kauf, um die Energiewende voranzutreiben. Es macht wenig Sinn, Regierungserklärungen zu diesem Thema zu lesen, die ein wenig älter sind, zu oft passen die Regierenden ihre Meinungen dem öffentlichen Mainstream an, leider auch in Bayern. Die Diskussion um den Bau von Stromleitungen von Nord nach Süd ist hierfür ein gutes Beispiel. Der Fehler liegt natürlich auch bei der Industrie, die uns bis Fukushima weismachen wollte, dass wir auf kein einziges Kernkraftwerk in Deutschland verzichten können.

Was wurde bei der Veranstaltung konkret besprochen? Ein Meinungsbildungsprozess bedarf gelegentlich auch eines “halböffentlichen” Austausches, gerade wenn Referenten eingeladen sind, die nicht parteipolitisch vereinnahmt werden möchten. Der Referent hat darum gebeten, dass seine Folien nicht veröffentlicht werden. Die Anwesenden haben jedenfalls eine Menge Denkanstöße mitgenommen, der Arbeitskreis Energiewende hat jetzt die Aufgabe, diese zu bewerten und daraus gegebenenfalls konkrete Handlungsempfehlungen für die politisch Verantwortlichem zu entwickeln und so die ThinkThank Funktion zu erfüllen, die die diversen Arbeitskreise und Arbeitsgemeinschaften (Warum es diese Differenzierung gibt, weiß eigentlich niemand so genau) innerhalb der CSU wahrnehmen.

Die Mitarbeit im Arbeitskreis Energiewende der CSU und die Teilnahme an dessen Veranstaltungen ist nicht von einer Mitgliedschaft in der CSU abhängig. Interessenten können via eMail info@arbeitskreis-energiewende.de Kontakt aufnehmen oder sich in der Facebook-Gruppe informieren: https://www.facebook.com/Arbeitskreis.Energiewende.

Ein Antrag auf Mitgliedschaft im Arbeitskreis Energiewende kann hier heruntergeladen werden: http://www.csu.de/common/_migrated/csucontent/Mitgliedsantrag__CSU-AK-Energiewende.pdf

Nachhaltigkeit: Die “Cyber-Ökos” kommen. Fünf Apps für den nachhaltigen Einkauf

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Die App “Get Neutral” informiert darüber, wie groß der CO2-Ausstoß bei mittlerweile über 100.000 Produkten ist

Technischer Fortschritt und Ökologie werden werden in der Öffentlichkeit zunehmend nicht mehr als Gegensatz betrachtet. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird in Zukunft immer mehr durch die digitale Brille betrachtet werden. Grüne Nerds, nennen wir Sie einmal Cyber-Ökos, sind fest davon überzeugt, dass smarte Technologien für eine bessere Zukunft sorgen werden. In den USA setzen Cyber-Ökos bereits vermehrt digitale Hilfsmittel ein, um mehr über Ökologie zu lernen und ihre “grünen” Erfahrungen besser mit anderen teilen zu können, wie Zahlen der GfK belegen (“Green Gauge”, 2012). Auch dieser Trend wir bald den Weg über den Atlantik finden.

Einige der zentralen Erkenntnisse aus dieser Untersuchung:

• 29 % der Smartphone-Nutzer benutzen Apps, um die negativen ökologischen Auswirkungen ihres Alltagslebens zu reduzieren.

• Bei den 18- bis 22-Jährigen kam es im Vergleich zur vorherigen Studie zu einem deutlichen Anstieg (+44 %), wie auch bei den 23- bis 32-Jährigen (+38 %). Apps, die das Mobilitätsverhalten optimieren oder helfen, den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden zu verstehen und zu verbessern, wurden am häufigsten nachgefragt.

• Soziale Netzwerke haben ebenfalls einen positiven Einfluss auf ein nachhaltiges Verhalten: 18 % der Befragten beziehen ihre “grünen” Infos aus der Social-Media-Welt. Weitere 33 % nutzen soziale Netzwerke als eine Nebeninformationsquelle.
Trendaussichten

Entscheidend für eine nachhaltige Zukunft wird sein, die bereits bestehenden Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung zu nutzen. Öko, bio & Co. bahnen sich erst dann den Weg ins nächste ökologischen Level, wenn das soziale, kommunikative und interaktive Potenzial der Digitalisierung besser genutzt wird, um den ökologischen Alltag der Menschen zu verändern .

Apps für mehr Ökologie

Die digitale Welt bietet bereits heute eine Vielzahl von mobilen Anwendungen, die, gefüttert mit immer mehr Daten aus dem Alltag, Konsumenten zu einem neuen Umweltverhalten bewegen können.

Diese Apps sind im Apple Store und bei Google Play kostenfrei verfügbar:

Die Barcoo-App ist der derzeit wohl bekannteste digitale Einkaufsbegleiter. EAN-, QR-Codes oder ISBN-Nummern – “Barcoo” kann sie alle scannen und liefert so jederzeit zu jedem Produkt Testberichte und Informationen zur Ökobilanz.

Die App Erntefrisch ist ein simpler und genialer Saisonkalender, der als ständiger Einkaufsbegleiter hilft, das Einkaufs- und Kochverhalten auf die natürliche und regionale Verfügbarkeit von Lebensmitteln abzustimmen.

Fair Fashion 2.0 hingegen informiert Modebegeisterte darüber, wie nachhaltig und fair der Produktionsprozess von verschiedenen Modemarken ist. CO2-Footprint visualisiert den Usern, wie viele Bäume gepflanzt werden müssten, um den CO2-Ausstoß, der bei deren Mobilitäts-, Ernährungs- und Energieverhalten entsteht, wieder auszugleichen.

Auch die App Get Neutral informiert darüber, wie groß der CO2-Ausstoß bei mittlerweile über 100.000 Produkten ist.

Der WWF-Fischratgeber klärt darüber auf, welche Fischbestände überfischt oder von Überfischung bedroht sind. Grundlage für die Anwendung ist eine vom WWF mit weltweiten Informationen gefütterte Datenbank.

Umweltfreundlich mobil – Münchner Firmen zeigen, wie’s geht

Grüne MobilitätDas Referat für Arbeit und Wirtschaft hat heute sechs Betriebe ausgezeichnet, die erfolgreich am Förderprogramm Betriebliches Mobilitätsmanagement München (BMM) 2014 teilgenommen haben. Mit dem Förderprogramm unterstützt die Landeshauptstadt Unternehmen bei der Optimierung ihrer Verkehre.

Von Januar bis Juli nahmen folgende Firmen aus der Landeshauptstadt und dem Landkreis München erfolgreich an der neunten BMM-Runde teil:

GEWOFAG Holding GmbH, Q_PERIOR AG, Staatliches Hofbräuhaus in München, Stadtsparkasse München, Swiss Re Europe S..A. und die Sympatex Technologies GmbH.

Die Unternehmen haben vielfältige Maßnahmen zum Management ihrer Verkehre ergriffen:

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG entwickelt ganzheitliche Mobilitätskonzepte nicht nur für ihre eigenen Beschäftigten (zum Beispiel zur Nutzung von Diensträdern), sondern auch für die Mieterinnen und Mieter ihrer Liegenschaften. Dadurch lässt sich das Potenzial für das Mobilitätsmanagement deutlich steigern.

Die Q_PERIOR AG hat die eigenen Reiserichtlinien überarbeitet. Nicht Restriktionen und Regularien, sondern Information und Motivation zur ressourcenschonenden Nutzung von Verkehrsmitteln stehen dabei im Vordergrund.

Das Staatliche Hofbräuhaus in München wird „elektromobil“ Für die notwendigen Fahrten im Stadtgebiet kommt ein Elektro-Pool-Fahrzeug zum Einsatz, das über eine Solaranlage der Brauerei geladen werden soll.

Die Stadtsparkasse München setzt auf verbesserte Information und Motivation der Beschäftigten zur Mitarbeitermobilität. Über ein eigenes Portal im Intranet stehen nun alle Mobilitätsinformationen gebündelt zur Verfügung.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Swiss Re Europe S.A. müssen ihre Pendelwege demnächst völlig neu organisieren. Das Unternehmen zieht 2015 von Unterföhring in die Arabellastraße in Bogenhausen. Der neue Firmensitz ist bestens mit Verkehrsmitteln des ÖPNV erschlossen. Um deren Nutzung zu fördern, werden die Beschäftigten einen großzügigen Zuschuss zum MVV-Jahresticket erhalten.

Die weltweit agierende Sympatex Technologies GmbH wird ihre internationale Reisetätigkeit noch besser organisieren und terminlich abstimmen. So lässt sich die Anzahl der Transkontinental-Flüge und damit auch der ökologische Fußabdruck erheblich reduzieren.

Gemeinsam haben die sechs Betriebe mit ihren insgesamt rund 3.450 Beschäftigten viel erreicht: Pro Jahr sparen sie zusammen zirka 134 Tonnen CO2 ein. Voraussichtlich im ersten Quartal 2015 wird eine neue BMM-Runde beginnen. Die Teilnahme an dem etwa zehn Monate dauernden Förderprogramm ist für Betriebe aus der Landeshauptstadt und dem Landkreis München kostenlos. Bisher haben sich 54 Münchner Betriebe am Programm beteiligt. Interessierte Unternehmen berät Roland Hösl vom Referat für Arbeit und Wirtschaft, Telefon 2 33-2 55 06, roland.hoesl@muenchen.de.

„Unglaublich kluge Gedanken“ zum ehrbaren Kaufmann 2.0: Kinder “basteln” den Unternehmer der Zukunft

IMG_0870.JPGKindern einen Einblick ins Wirtschaftsleben zu geben und Berührungsängste mit dem „Unternehmer im schwarzen Anzug“ abzubauen – das war eines der Ziele der ersten Kinder Business Week in der vergangenen Woche. 900 Anmeldungen für rund 60 kindgerechte Workshops hatte die IHK erhalten, was die Erwartungen übertroffen hat. Die Acht- bis 14-Jährigen tummelten sich vier Tage lang in der IHK Akademie in München. Die Fachkräfte von morgen konnten selbst erleben, was einen Unternehmer ausmacht und wie vielfältig Wirtschaft sein kann.

„Unternehmer sein bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung. Die Kinder Business Week sollte auch diesen Aspekt den Kindern näherbringen“, erläutert Dr. Antje Kuttner, Fachfrau für Corporate Social Responsibility (CSR). In einem IHK-Workshop zum Ehrbaren Kaufmann hatten die Kinder an jedem der vier Tage Zeit und Raum, sich mit der Verantwortung von Unternehmen für die Gesellschaft, für den Betrieb, für die Mitarbeiter und Produkte auseinanderzusetzen.

Unterstützung im Workshop erhielt die IHK von Kathrin Heinzeller von der Initiative „Kinder philosophieren“ in München. Mit ihrer Akademie bietet sie unter anderem ein Programm zur philosophischen Berufsorientierung für Jugendliche an und konzipierte die Bausteine des Workshops für die IHK München. So machten sich die jungen Leute nach Frage-Antwort-Runden ein Bild des Unternehmers und „bastelten“ aus Kernbegriffen den „Ehrbaren Kaufmann 2.0“ zusammen.
Heinzeller und Kuttner zeigen sich begeistert vom intuitiven Kompass, mit dem die Kinder das Konzept des „Ehrbaren Kaufmanns“ einordneten: „Es war unglaublich, zu sehen, welche klugen Gedanken sich die Kinder dazu machen“, war Heinzellers Fazit.

Die Themen, die zur Diskussion standen, waren so unterschiedlich wie die Kinder selbst: „Was passiert eigentlich mit einem Unternehmer, wenn er nicht ehrbar ist? Ein Beispiel war Massentierhaltung. Wie gehen Menschen mit Nahrung um? Daraus abgeleitet: Warum wird man überhaupt Unternehmer, wenn man sich nicht um andere kümmert? Was macht einen guten Verkäufer aus und was können Verbraucher tun, um die Welt ein Stück besser zu machen?

So lauteten einige der Fragen, über die die Kinder sprechen wollten. Die Antworten erschlossen sie sich im moderierten Gespräch selbst. Am Ende war den Kindern vollkommen klar: Ehrbare Unternehmer sollten nicht nur die besseren, sondern auch die erfolgreicheren Unternehmer sein. Der Unternehmer der Zukunft hat in ihren Augen neben Verstand und Fachwissen vor allem Herz, ist ehrlich und loyal. „Ansonsten würde er ja wohl auch kein Unternehmer werden!“, kommentierte ein Achtjähriger das Ergebnis seiner Gruppe.
Als Feedback von Eltern kam unter anderem per E-Mail: „Liebes Team der Kinder Business Week, sensationell !!!!!!! Es ist sehr schön zu sehen, wie man Kindern die Berufswelt kindgerecht nahebringen kann. Unsere sind verhalten hingegangen und begeistert zurückgekommen. Sie freuen sich schon auf das nächste Jahr.“
IHK-Fachfrau Kuttner zieht beeindruckt Resümee: „Uns ist wichtig, dass die Kinder ihr intuitives Verständnis von gutem Wirtschaften beibehalten und ihr starkes Bewusstsein für Werte mit ins Berufsleben nehmen. Schließlich sind die Unternehmer der Zukunft sie selbst!“

Per App gegen die Wegwerfkultur

Der Kampf gegen den Lebensmittelmüll ist eröffnet. In den großen Städten verkaufen kleine Läden sehr erfolgreich Brot und Backwaren von gestern. Namhafte Speiseeishersteller optimieren ihre Fertigungsmaschinen und können so den Ausschuss von Eis reduzieren. Foodsharing.de hat auf seiner Plattform über 46.000 aktive Benutzer, die beispielsweise übrig gebliebene Lebensmittel verschenken oder tauschen. Ergebnis des digitalen Miteinanders: Bisher wurden mit Hilfe der Internetplattform über 39 Tonnen Lebensmittel gerettet.

FoodLoop Translated Marketing Video from FoodLoop – Save it all! on Vimeo.

Die Sensibilität der Deutschen gegenüber der Nahrungsmittelverschwendung nimmt zu. Wenn der Verbraucher mit seinem Einkaufswagen auf Shoppingtour geht, zeigt er seit neuestem Interesse an Lebensmitteln, bei denen in ein paar Tagen das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abläuft und der Preis dementsprechend reduziert ist. Nur so ist es zu erklären, dass immer mehr heruntergesetzte Ware in den Supermarktregalen zu finden ist. War es bisher schlichtweg nur Glück, wenn eine Hausfrau beim wöchentlichen Einkauf über den in zwei Tagen „ablaufenden“ Joghurt gestoßen ist, so könnte in Zukunft eine gezielte Navigation per Smartphone zu den reduzierten, in Kürze ablaufenden Lebensmitteln führen.

Lebensmittel verkaufen statt entsorgen
FoodLoop heißt die lebensmittelrettende Idee: eine neue App, von einem achtköpfigen Team aus motivierten Informatikern, Designern, Wirtschafts- und Medienwissenschaftlern entwickelt. „Unser Ziel ist es, zu einer signifikanten Reduzierung vermeidbarer Lebensmittelabfälle im Einzelhandel beizutragen, dem Verbraucher transparente Preise zu bieten, die Verluste der Einzelhändler zu reduzieren und vor allem eine nachhaltige Wertschöpfungskette zu fördern“, sagt Christoph Müller-Dechent, Gründer von FoodLoop. Mit der App stelle sein Team die erste Cloud-basierte Online-Plattform bereit, um Produkte nahe dem Mindesthaltbarkeitsdatum automatisch und in Echtzeit über die angebundene Smartphone-App zu vermarkten. „Mit Hilfe von FoodLoop kann der Konsument alle Angebote in seiner Umgebung sehen, durchstöbern oder nach konkreten Produkten und Märkten suchen. So wird eine vorzeitige Entsorgung von Frischwaren vermieden und Konsumenten bekommen einen Anreiz, Ressourcen zu sparen.“

Klingt ermutigend und auch die Technik überzeugt. Das Kölner Tüftler-Team hat zahlreiche Preise und Nominierungen eingeheimst. Anfang diesen Jahres gab es beim internationalen Innovationswettbewerb von FI-WARE in der Kategorie „Smart Business & Industries“ den ersten Platz. Ganz aktuell erhalten Müller-Dechent und seine Mannen das EXIST-Gründerstipendium. Soviel Anerkennung motiviert.

An der verbraucherfreundlichen App wird gerade der letzte Feinschliff vorgenommen. Christoph Müller-Dechent: „Aktuell wird unser System in Bergfeld´s Biosupermärkten getestet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben wir bereits eine Menge konstruktives Feedback von Testnutzern erhalten.“ Nach erfolgreicher Durchführung der Pilotphase werde man eine sogenannte Life-Cycle-Analyse mit belastbaren Zahlen zu potentiellen Umweltentlastungen und Kostenvorteilen veröffentlichen. Der „Public Launch“ in zwei Supermarktfilialen in Bonn sei für Oktober 2014 angesetzt.

Akzeptanz bei den Einzelhandelsketten ausstehend
Was denken eigentlich die „Big Player“, also die Großen der Supermarktketten, über das neue Startup? Müller-Dechent ist direkt auf die betroffenen Einzelhändler und Entscheidungsträger der Lebensmittelindustrie zugegangen. „Das Ergebnis war, dass die täglich entsorgten Mengen an genießbaren Lebensmitteln sogar größer waren als erwartet und die Gesprächspartner daher großes Interesse an einer Lösung bekundeten.“

Dennoch sei die Kommunikation mit Großkonzernen häufig sehr zäh und langwierig, vor allem in der Lebensmittelbranche besteht ein Ungleichgewicht der Marktmacht zugunsten der Einzelhandelsketten als sogenannte „gatekeeper“ der Branche. „Außerdem ist seitens des Einzelhandels oft kein ausreichender Anreiz vorhanden, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Verluste durch Bruch und Verderb werden alternativen Verwendungszwecken wie Biogasanlagen zugeführt und Inventurdifferenzen schlicht als Abschriften in der Bilanz erfasst.“

Dennoch hat der studierte Medienwissenschaftler ambitionierte Ziele: „Unsere Vision ist es, dass bis 2020 alle Supermärkte der Welt mit FoodLoop ausgestattet sind und wir gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen.“ Dafür gibt es auch eine Lösung, nämlich eine schon bestehende, strategische Partnerschaft mit der SAP AG, dem weltweiten Marktführer von Warenwirtschaftssystemen.