Münchner Unternehmen schließen Klimapakt mit der Stadt

Monopterus15 der bedeutendsten Münchner Unternehmen haben auf Initiative des Referats für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München (RAW) und mit Unterstützung der IHK für München und Oberbayern den Klimapakt Münchner Wirtschaft unterzeichnet. Die Firmen führen im Rahmen dieser freiwilligen Selbst-verpflichtung Klimaschutz-maßnahmen durch und vernetzen sich zu einem Erfahrungsaustausch.

Schirmherr des Klimapakts ist der Leiter des RAW, Bürgermeister Josef Schmid. Die Teilnehmer sind: Allianz SE, Bayerische Landesbank, Bayerische Motorenwerke AG, BayWa AG, Giesecke & Devrient GmbH, Hypovereinsbank UniCredit Bank AG, Knorr-Bremse AG, Linde AG, MAN SE, MTU Aero Engines AG, Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, Osram Licht AG, Siemens AG, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH.

MünchenDie Unternehmen verpflichten sich, im Rahmen des Klimapakts gemeinsam eine CO2-Reduktion von mindestens 40.000 Tonnen bis Ende 2017 zu erreichen. Die Münchner Unternehmen führen dazu Klimaschutzmaßnahmen im Gebäude- und Produktionsbereich durch und sind auch bei Smart-City-Lösungen, wie Infrastruktur-optimierungen und Mobilitätsmanagement, aktiv. Investitionen im Bereich der dezentralen und erneuerbaren Energieerzeugung sind in dem Maßnahmenbündel ebenfalls enthalten. Zudem sensibilisieren alle Klimapakt-Unternehmen ihre Belegschaft für den sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen.

Josef SchmidInsbesondere bildet der Klimapakt eine neue Plattform für gegenseitiges Lernen aller Kooperationspartner zum Thema Klimaschutz. Bürgermeister Josef Schmid ordnet die Bedeutung des Paktes für den Klimaschutz ein: „Der Klimapakt Münchner Wirtschaft bietet lokale Lösungen für globale Herausforderungen. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des städtischen Klimaschutzzieles. München hat sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 nur noch halb so viel CO2 pro Einwohner auszustoßen wie 1990. Ich freue mich, dass die großen Münchner Unternehmen mit der Stadt jetzt für dieses Ziel gemeinsam an einem Strang ziehen. Nur so können wir dieses Ziel erreichen. Ich bin zuversichtlich, dass dies gelingt.“

Peter KammererPeter Kammerer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Bereichs „Volkswirtschaft, Handel, Dienstleistungen“ der IHK für München und Oberbayern unterstreicht: „Die bayerische und auch Münchner Wirtschaft ist national wie international vorbildlich in Sachen Energieeffizienz. Dies stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und empfiehlt Bayerns Betriebe als nachhaltige Geschäftspartner. Bayernweit gibt es bereits vierzehn Energienetzwerke. Sie alle verfolgen das Ziel, eine dauerhafte Steigerung der Energieeffizienz und damit eine spürbare Senkung der Energiekosten zu erreichen. Die Münchner Kooperationsvereinbarung zwischen Großunternehmen und Landeshauptstadt ist ein weiterer wichtiger Schritt dazu und ragt besonders heraus, weil die unterzeichnenden Unternehmen dabei nicht nur auf technische Lösungen setzen, sondern auch auf die Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter für den sparsamen Umgang mit Energie.“ Der Klimapakt wird als Energieeffizienz-Netzwerk im Rahmen der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke von Bundesregierung und Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft angemeldet. Träger des Netzwerks ist das RAW. Damit setzen die Münchner Unternehmen gemeinsam mit der Landeshauptstadt München ein bundesweites Signal für den Klimaschutz. Zur Veranschaulichung der Inhalte des Klimapakts hat das RAW die Angaben der teilnehmenden Unternehmen zu ausgewählten Klimaschutzmaßnahmen zusammengestellt unter www.muenchen.de/energie-effizienz

Deutsche Bahn startet Programm zur Qualifizierung für erwachsene Flüchtlinge

Erste Klasse mit zunächst 15 Teilnehmern für Berufserfahrene – Umschulung zu Elektronikern im Betriebsdienst bis zu 28 Monate

„Auf dem Arbeitsmarkt entscheidet sich maßgeblich, ob Integration gelingen oder scheitern wird.”

Brigitte Meier, Sozialreferentin Landeshauptstadt München, und DB-Personalvorstand Ulrich Weber mit den ersten Teilnehmern des Qualifizierungsprogramms für Flüchtlinge.

Brigitte Meier, Sozialreferentin Landeshauptstadt München, und DB-Personalvorstand Ulrich Weber mit den ersten Teilnehmern des Qualifizierungsprogramms für Flüchtlinge.

Die Deutsche Bahn (DB) startet in Bayern als eines der ersten deutschen Unternehmen ein Qualifizierungsprogramm für Flüchtlinge mit Berufserfahrung. DB-Personalvorstand Ulrich Weber stellte das neue Programm und weitere Projekte für junge Flüchtlinge vor einigen Tagen in München vor.

Im November startet eine erste Klasse mit zunächst 15 Berufserfahrenen eine Umschulung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der DB in München. Die Qualifizierung beginnt mit viermonatigen Sprachkursen für Anfänger und Fortgeschrittene. Die fachliche Umschulung bei DB Fernverkehr dauert bis zu 28 Monate. Bei erfolgreichem Verlauf plant die DB, das Programm in Bayern auszubauen und regelmäßig anzubieten.

Zustande gekommen ist das Programm für erwachsene Flüchtlinge aufgrund einer engen Zusammenarbeit mit mehreren Partnern – der Bundesagentur für Arbeit (BA), der Landeshauptstadt München und der IHK für München und Oberbayern (IHK) sowie dem Bildungswerk der Bayrischen Wirtschaft.

Die Teilnehmer des Programms stammen aus acht Ländern, darunter Nigeria, Eritrea, Kongo, Iran, Algerien, Somalia, Syrien, Tunesien. Sie bringen alle Berufserfahrung im elektrotechnischen Bereich mit. Einige sind erst wenige Monate in Deutschland, andere bereits mehrere Jahre. Zuvor wurden in einem eigens entwickelten Verfahren mit Auswahl- und Profiltagen die Vorkenntnisse, Kompetenzen und die Förderfähigkeit geprüft. Das Qualifizierungsprogramm ist in den vergangenen 18 Monaten entwickelt worden. Heute gaben Vertreter aller Beteiligten im ICE-Werk München den Startschuss.

DB-Personalvorstand Ulrich Weber: „Mit dem Münchner Programm gehen wir einen neuen Weg und geben berufserfahrenen Flüchtlingen im technischen Bereich eine Perspektive. Es zeigt: Wenn Viele mithelfen, kommt etwas in Bewegung, von dem alle Beteiligten profitieren.”

Raimund Becker, Vorstand Regionen Bundesagentur für Arbeit: „Wir unterstützen Schutzsuchende, damit sie in Deutschland Fuß fassen können. Insbesondere mit Beratungen, nachhaltiger Qualifizierung sowie finanzieller Unterstützung der Arbeitgeber begleiten wir die Menschen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt.”

Brigitte Meier, Sozialreferentin Landeshauptstadt München: „Auf dem Arbeitsmarkt entscheidet sich maßgeblich, ob Integration gelingen oder scheitern wird. Im engen Schulterschluss mit den Unternehmen müssen wir Flüchtlinge durch Qualifizierungsmaßnahmen in die Lage versetzen, ihren Lebensunterhalt selbstständig zu finanzieren.”

Dr. Josef Amann, Bereichsleiter Berufsbildung bei der IHK für München und Oberbayern: „Die IHK München unterstützt dieses Projekt aus der tiefen Überzeugung, dass Ausbildung und Arbeit der beste und schnellste Weg zur Integration von Flüchtlingen sind.”

Chance plus für Flüchtlinge

Gleichzeitig bietet die DB jungen Flüchtlingen Plätze im Rahmen des DB-Berufsvorbereitungsjahres „Chance plus” an. Bei DB Netz, DB Fahrwegdienste und der DB RegioNetz Verkehrs GmbH in München sind es aktuell zunächst sechs Plätze in vor allem gewerblich-technischen Berufen, bundesweit sind weitere 30 Plätze für junge Flüchtlinge in anderen Regionen geplant. „Chance plus” ist eine Einstiegsqualifizierung für Jugendliche, die noch keine Ausbildungsreife haben. Ziel dieses Programms, das die DB bereits über 10 Jahre in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit anbietet, ist es, Jugendliche für eine Berufsausbildung zu qualifizieren. Neben praktischen Tätigkeiten bei der DB stehen unter anderem Bewerbungs- und Kommunikationstraining, klassischer Schulunterricht sowie ein Sprachkurs auf dem Stundenplan.

„Unglaublich kluge Gedanken“ zum ehrbaren Kaufmann 2.0: Kinder “basteln” den Unternehmer der Zukunft

IMG_0870.JPGKindern einen Einblick ins Wirtschaftsleben zu geben und Berührungsängste mit dem „Unternehmer im schwarzen Anzug“ abzubauen – das war eines der Ziele der ersten Kinder Business Week in der vergangenen Woche. 900 Anmeldungen für rund 60 kindgerechte Workshops hatte die IHK erhalten, was die Erwartungen übertroffen hat. Die Acht- bis 14-Jährigen tummelten sich vier Tage lang in der IHK Akademie in München. Die Fachkräfte von morgen konnten selbst erleben, was einen Unternehmer ausmacht und wie vielfältig Wirtschaft sein kann.

„Unternehmer sein bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung. Die Kinder Business Week sollte auch diesen Aspekt den Kindern näherbringen“, erläutert Dr. Antje Kuttner, Fachfrau für Corporate Social Responsibility (CSR). In einem IHK-Workshop zum Ehrbaren Kaufmann hatten die Kinder an jedem der vier Tage Zeit und Raum, sich mit der Verantwortung von Unternehmen für die Gesellschaft, für den Betrieb, für die Mitarbeiter und Produkte auseinanderzusetzen.

Unterstützung im Workshop erhielt die IHK von Kathrin Heinzeller von der Initiative „Kinder philosophieren“ in München. Mit ihrer Akademie bietet sie unter anderem ein Programm zur philosophischen Berufsorientierung für Jugendliche an und konzipierte die Bausteine des Workshops für die IHK München. So machten sich die jungen Leute nach Frage-Antwort-Runden ein Bild des Unternehmers und „bastelten“ aus Kernbegriffen den „Ehrbaren Kaufmann 2.0“ zusammen.
Heinzeller und Kuttner zeigen sich begeistert vom intuitiven Kompass, mit dem die Kinder das Konzept des „Ehrbaren Kaufmanns“ einordneten: „Es war unglaublich, zu sehen, welche klugen Gedanken sich die Kinder dazu machen“, war Heinzellers Fazit.

Die Themen, die zur Diskussion standen, waren so unterschiedlich wie die Kinder selbst: „Was passiert eigentlich mit einem Unternehmer, wenn er nicht ehrbar ist? Ein Beispiel war Massentierhaltung. Wie gehen Menschen mit Nahrung um? Daraus abgeleitet: Warum wird man überhaupt Unternehmer, wenn man sich nicht um andere kümmert? Was macht einen guten Verkäufer aus und was können Verbraucher tun, um die Welt ein Stück besser zu machen?

So lauteten einige der Fragen, über die die Kinder sprechen wollten. Die Antworten erschlossen sie sich im moderierten Gespräch selbst. Am Ende war den Kindern vollkommen klar: Ehrbare Unternehmer sollten nicht nur die besseren, sondern auch die erfolgreicheren Unternehmer sein. Der Unternehmer der Zukunft hat in ihren Augen neben Verstand und Fachwissen vor allem Herz, ist ehrlich und loyal. „Ansonsten würde er ja wohl auch kein Unternehmer werden!“, kommentierte ein Achtjähriger das Ergebnis seiner Gruppe.
Als Feedback von Eltern kam unter anderem per E-Mail: „Liebes Team der Kinder Business Week, sensationell !!!!!!! Es ist sehr schön zu sehen, wie man Kindern die Berufswelt kindgerecht nahebringen kann. Unsere sind verhalten hingegangen und begeistert zurückgekommen. Sie freuen sich schon auf das nächste Jahr.“
IHK-Fachfrau Kuttner zieht beeindruckt Resümee: „Uns ist wichtig, dass die Kinder ihr intuitives Verständnis von gutem Wirtschaften beibehalten und ihr starkes Bewusstsein für Werte mit ins Berufsleben nehmen. Schließlich sind die Unternehmer der Zukunft sie selbst!“