„Unglaublich kluge Gedanken“ zum ehrbaren Kaufmann 2.0: Kinder “basteln” den Unternehmer der Zukunft

IMG_0870.JPGKindern einen Einblick ins Wirtschaftsleben zu geben und Berührungsängste mit dem „Unternehmer im schwarzen Anzug“ abzubauen – das war eines der Ziele der ersten Kinder Business Week in der vergangenen Woche. 900 Anmeldungen für rund 60 kindgerechte Workshops hatte die IHK erhalten, was die Erwartungen übertroffen hat. Die Acht- bis 14-Jährigen tummelten sich vier Tage lang in der IHK Akademie in München. Die Fachkräfte von morgen konnten selbst erleben, was einen Unternehmer ausmacht und wie vielfältig Wirtschaft sein kann.

„Unternehmer sein bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung. Die Kinder Business Week sollte auch diesen Aspekt den Kindern näherbringen“, erläutert Dr. Antje Kuttner, Fachfrau für Corporate Social Responsibility (CSR). In einem IHK-Workshop zum Ehrbaren Kaufmann hatten die Kinder an jedem der vier Tage Zeit und Raum, sich mit der Verantwortung von Unternehmen für die Gesellschaft, für den Betrieb, für die Mitarbeiter und Produkte auseinanderzusetzen.

Unterstützung im Workshop erhielt die IHK von Kathrin Heinzeller von der Initiative „Kinder philosophieren“ in München. Mit ihrer Akademie bietet sie unter anderem ein Programm zur philosophischen Berufsorientierung für Jugendliche an und konzipierte die Bausteine des Workshops für die IHK München. So machten sich die jungen Leute nach Frage-Antwort-Runden ein Bild des Unternehmers und „bastelten“ aus Kernbegriffen den „Ehrbaren Kaufmann 2.0“ zusammen.
Heinzeller und Kuttner zeigen sich begeistert vom intuitiven Kompass, mit dem die Kinder das Konzept des „Ehrbaren Kaufmanns“ einordneten: „Es war unglaublich, zu sehen, welche klugen Gedanken sich die Kinder dazu machen“, war Heinzellers Fazit.

Die Themen, die zur Diskussion standen, waren so unterschiedlich wie die Kinder selbst: „Was passiert eigentlich mit einem Unternehmer, wenn er nicht ehrbar ist? Ein Beispiel war Massentierhaltung. Wie gehen Menschen mit Nahrung um? Daraus abgeleitet: Warum wird man überhaupt Unternehmer, wenn man sich nicht um andere kümmert? Was macht einen guten Verkäufer aus und was können Verbraucher tun, um die Welt ein Stück besser zu machen?

So lauteten einige der Fragen, über die die Kinder sprechen wollten. Die Antworten erschlossen sie sich im moderierten Gespräch selbst. Am Ende war den Kindern vollkommen klar: Ehrbare Unternehmer sollten nicht nur die besseren, sondern auch die erfolgreicheren Unternehmer sein. Der Unternehmer der Zukunft hat in ihren Augen neben Verstand und Fachwissen vor allem Herz, ist ehrlich und loyal. „Ansonsten würde er ja wohl auch kein Unternehmer werden!“, kommentierte ein Achtjähriger das Ergebnis seiner Gruppe.
Als Feedback von Eltern kam unter anderem per E-Mail: „Liebes Team der Kinder Business Week, sensationell !!!!!!! Es ist sehr schön zu sehen, wie man Kindern die Berufswelt kindgerecht nahebringen kann. Unsere sind verhalten hingegangen und begeistert zurückgekommen. Sie freuen sich schon auf das nächste Jahr.“
IHK-Fachfrau Kuttner zieht beeindruckt Resümee: „Uns ist wichtig, dass die Kinder ihr intuitives Verständnis von gutem Wirtschaften beibehalten und ihr starkes Bewusstsein für Werte mit ins Berufsleben nehmen. Schließlich sind die Unternehmer der Zukunft sie selbst!“