Ein Sieg der Justiz über Donald Trump. Und was Microsoft damit zu tun hat.

2016 zeigte sich Donald Trum noch begeistert über Microsoft. “In spite of my mismanagement, my companies using Dynamics GP were able to break even and sometimes even make a profit.”.

Ein US Bundesgericht hat vor wenigen Tagen die von Donald Trump per Dekret angeordneten Einreiseverbote für Menschen aus sieben islamischen Ländern bis zur weiteren rechtlichen Klärung außer Kraft gesetzt. Es war nicht das einzige, aber das weitreichendste Urteil gegen Trumps Dekret und die amerikanischen Behörden haben angekündigt, es befolgen zu wollen.

Auch Microsoft hat in dem Verfahren eine nicht ganz unbedeutende Rolle gespielt. Die Klage gegen Trumps Dekret wurde von den Staatsanwälten der Bundesstaaten Washington und Minnesota eingereicht. Microsofts Hauptsitz liegt in Redmond im Bundesstaat Washington.

Um die einstweilige Verfügung gegen das Dekret zu erzwingen, mussten die Kläger nachweisen, dass ihnen – also den Staaten – ein „irreparabler Schaden“ entsteht, falls die Einreiseverbote bis zu einem abschließenden Urteil unrechtmäßig in Kraft bleiben. Eines der Argumente dafür war, dass durch die Einreiseverbote die ansässigen Unternehmen geschädigt werden, weil hochqualifizierte Mitarbeiter nicht mehr ungehindert Reisen bzw. in die USA zurückkehren können. Wörtlich heißt es in der Klageschrift:

„Washingtons Unternehmen und Wirtschaft sind ebenfalls betroffen. … Die Washingtoner Unternehmen Amazon, Expedia und Microsoft sind auf qualifizierte Immigranten angewiesen, um ihre Geschäfte auszuüben und auszubauen. Mindestens 76 Angestellte von Microsoft stammen aus den betroffenen Ländern und haben temporäre Arbeits-Visa. Als Folge des präsidialen Dekretes kann solchen Angestellten die Wiedereinreise in die Vereinigten Staaten verwehrt werden, falls sie ins Ausland reisen. Das Dekret beeinträchtigt die Fähigkeiten der Unternehmen, talentierte Arbeitskräfte anzuwerben und zu behalten, zum Schaden von Washingtons Wirtschaft und Steueraufkommen.“

Microsoft und andere große Unternehmen wie Starbucks, Expedia und Amazon haben die Klage der Bundesstaaten außerdem mit einem sogenannten Amicus Brief unterstützt. Das ist eine Stellungnahme, die eine Person oder Organisation in einem Gerichtsverfahren einreichen kann, ohne selbst Prozesspartei zu sein. Wenn Trumps sogenannter „Muslim Ban“ vorerst gestoppt ist, dann liegt das also vermutlich auch daran, dass Microsoft als einer der Geschädigten anerkannt wurde.

Präsident Trump zeigte sich hingegen sehr verärgert über den Richterspruch. Auf Twitter schrieb er unter anderem: „Die Entscheidung dieses sogenannten Richters, der unserem Land praktisch den Gesetzesvollzug wegnimmt, ist lächerlich und wird aufgehoben werden!“

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist einer der mächtigsten Menschen der Welt. Aber auch er steht nicht über dem Gesetz. Diese Lektion musste Donald Trump in diesen Tagen lernen.

Apple greift 92 Prozent des Smartphone-Gewinns ab

92 Prozent der operativen Gewinne im Smarphone-Geschäft entfallen laut einer Schätzung der Investmentbank Canaccord Genuity auf Apple. Angesichts der Tatsache, dass der Marktanteil des iPhones unterhalb von 15 Prozent liegt, eine erstaunliche Zahl.

Smartphone

Samsung, Hauptkonkurrent von Apple, ist der einzige weitere Hersteller, der einen nennenswerten Anteil des Branchen-Gewinne für sich beanspruchen kann. Noch vor wenigen Jahren waren zahlreiche Unternehmen in der Lage, profitabel im Smartphone-Markt zu arbeiten. Inzwischen hat aber der Wettbewerb um Marktanteile, vor allem in Schwellenländern wie China, zu einer Verschlechterung der Margen für Anbieter von Geräten im mittleren und unteren Preissegment geführt.

Es gilt zu beachten, dass der aggregierte Gewinn zur Berechnung der Gewinnanteile durch die Verluste von unprofitablen Anbietern geschmälert wird. Dadurch ist es möglich, dass der kombinierte Gewinnanteil von Apple und Samsung über 100 Prozent liegt.

Für iPad und iPhone optimierte Versionen von Word, Excel und Publisher sind seit heute kostenlos im AppStore verfügbar. Geld zurück für Office 365 Abonnenten

IMG_0885.PNGDas gab es bislang noch nie: Im Apple AppStore wurden heute drei kostenfreie Microsoft-Produkte am häufigsten heruntergeladen. Grund dafür dürfte der erweiterte Funktionsumfang von Word, Excel und Publisher sein, endlich sind diese Programme auch für Tablets optimiert. Bis gestern konnten bei den kostenfreien Versionen Dokumente lediglich betrachtet, aber weder erstellt oder bearbeitet werden.

Der erste Eindruck ist durchweg positiv. Es lässt sich intuitiv arbeiten, alle wesentlichen Funktionen sind vorhanden. Das Design ist bewusst schlicht gehalten. Dokumente können jetzt auch auf der Dropbox abgelegt werden. Eine Verknüpfung zu anderen Cloud Services wie Google Drive ist nicht möglich. Bislang waren für iPad und iPhone die hauseigenen Produkte eindeutig die beste Wahl. Mit den neuen Versionen hat Microsoft gehörig aufgeholt. Allerdings sind die Microsoft Apps nicht so tief ins Apple Ökosystem integriert. So dürften diese Apps vor allem für diejenigen interessant sein, die auch mit PCs mit einem Microsoft Betriebssystem arbeiten.

Bei der gebührenpflichtigen Premiumversion sind im günstigeren Angebot Office 365 Personal eine, im nur wenig teueren Office Home fünf Lizenzen für PC oder Mac inbegriffen. Kaufen kann man die Pakete nicht, sondern für 6,99 € bzw. 9,99 € pro Monat mieten. Das Preisgefüge erscheint mir zu den weiteren Office 365 Paketen noch nicht ganz schlüssig, da besteht noch Nachholbedarf zu mehr Übersichtlichkeit.

Ziel dieser neuen Strategie dürfte sein, zu Konkurrenzprodukten abgewanderten Ex-Kunden wieder langsam an Microsoft zu gewöhnen, zunächst an die Software, dann auch an die Hardware. Bislang waren die Microsoft-Tablets auch wegen der nicht angepassten Software eher Ladenhüter, das könnte sich jetzt ändern.

In der IT Branche leben totgesagte Firmen meistens nicht länger, Microsoft hat jedoch mit seiner neuen Produktpolitik bei Hard- und Software gute Chancen, verlorenes Terrain bei mobilen Endgeräten wieder zurückzugewinnen.

Nachtrag vom 9.11.2014

Für alle, die etwas enttäuscht von den neuen Word-, Excel- und Powerpoint-Versionen für das iPad sind, weil sie gerade ihr Geld für ein Office 365 Abo-Geld ausgegeben hatten, um die Editierfunktionen nutzen zu können, die jetzt umsonst sind: Microsoft bietet jetzt eine Rückerstattung an. Das Prozedere ist nicht gerade unkompliziert. Als Käufer via Apple auf dem iPad muss man sich direkt an den iTunes Store Support wenden, es gibt da keinen Button in den Apps oder so. Wenn man sein Abo via Microsoft abgeschlossen hat, dann kann man sein Office 365 Abo dort über einen “Microsoft Accounts and Billing agent” beenden und bekommt das Geld für die restlichen Tage zurück. Voraussetzung: man muss das Abo irgendwann zwischen dem 27. März 2014 und dem 6 November abgeschlossen haben. Das Geld kann dann allerdings bis zu acht Wochen auf sich warten lassen.